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Wind und Wellen am Kap von Mui Né

Etwa 200 Kilometer nördlich von Ho-Chi-Minh-City liegt das kleine Städtchen Mui Né direkt am Meer. Vor allem Kite- und Windsurfer zieht es aufgrund des starken Windes an diesen Küstenort.

Bis Ende der 90er-Jahre war Mui Né ein kleines Fischerdorf, doch in der Folgezeit hat sich der Ort mehr und mehr zu einem Touristenziel entwickelt. Ich verrate dir in diesem Beitrag, was du in diesem kleinen Städtchen an der Küste des Südchinesischen Meeres entdecken kannst.

Vorab ist es vielleicht interessant zu wissen, dass Mui übersetzt “Nase” oder “Halbinsel” bedeutet und Nè für “Schutz suchen, sich verstecken” steht. Der Name des Ortes stammt von Fischern, um Schutz vor stürmischer See zu finden und ihre Boote auch heute noch, je nach Witterungslage, auf der einen oder anderen Seite der Landzunge fest zu machen.

Dies führt mich über zum ersten schönen Fotomotiv, welches man in Mui Nè definitiv nicht versäumen sollte: der Hafen mit Unmengen an bunten Fischerbooten. Fangfrischer Fisch – einfach nur super lecker!

Im Hinterland von Mui Né befinden sich bis zu 30 Meter hohe Sanddünen. Im Ort werden Touren angeboten, welche 2 x täglich stattfinden. Eine zum Sonnenaufgang, eine zum Sonnenuntergang. Meine Stammleser wissen, dass ich kein Fan von geführten Touren bin, deshalb habe ich mich dazu entschlossen auf eigene Faust loszuziehen. Und zwar mit meinem Lieblingsfortbewegungsmittel.

Für zwei Tage mietete ich mir ein Rad. Ich weiß nicht, wie viele Kilometer ich zurückgelegt habe, aber es waren einige. Vermutlich an die 60 oder vielleicht sogar 70 km? Ich möchte betonen, dass das Rad weder mit Gangschaltung, noch Klingel, geschweige denn mit einem Licht ausgestattet war. Aber immerhin habe ich viel entdeckt. Ach ja, nun zurück zu den Dünen.

Was fällt euch auf? Richtig: es sind nur meine Fußspuren zu erkennen und sonst weit und breit keine weiteren Spuren. Das ist der Grund, warum ich gerne auf eigene Faust reise. Bei einer geführten Tour werden Unmengen von Touristen an einen Ort gekarrt, somit ist ein Bild ohne hunderte Fußspuren gar nicht drin. Ich habe meinen Besuch der Dünen also zwischen die zwei geführten Touren gelegt und konnte ein für mich zufriedenstellendes Bild knipsen. Hier bekommt man ein Gefühl, wie es sich wohl in der Wüste anfühlt. Der Sand ist heiß und wird vom Wind durch die Luft gepeitscht. Was für ein tolles Erlebnis.

Ein weiteres Highlight erwartete mich danach: ich kann euch nicht sagen wo und wie ich diesen Ort gefunden habe, aber diese Düne befindet sich hinter einer Schranke, welche mein Interesse weckte. Das Gebiet war als “Baustelle” gekennzeichnet. Warum auch immer, aber ein Vietnamese öffnete mir die Schranke. Ich stellte mein Rad ab und lief lange Zeit planlos umher, bis ich plötzlich diesen wunderschönen Anblick zu Gesicht bekam…

Im Rahmen einer geführten Tour hätte ich diese wunderschöne Düne sicherlich nicht entdeckt. Im Übrigen befinden wir uns immer noch am ersten Tag meiner Radreise. Es war so aufregend, abenteuerlich und schön, dass ich gar nicht mehr absteigen wollte. Da ich allerdings vor Einbruch der Dunkelheit zurück sein wollte (wie oben erwähnt hatte das Rad kein Licht), machte ich mich doch auf den Rückweg. Einen Stopp legte ich allerdings noch ein, bevor es zurück ins Hostel ging (by the way: das Ocean House ist ein vier Monate junges Hostel und absolut zu empfehlen!). Letzter Stopp Fairy Stream in der Abenddämmerung. Dieser kleine Fluss schlängelt sich durch Felsen. Natürlich ist dies nicht mit dem Grand Canyon in Amerika zu vergleichen, dennoch lohnt sich der 500 m Fußmarsch durch den Bachlauf entlang des Canyon. Vereinzelte kleine Restaurants befinden sich direkt am Weg. Für mich super, da ich ziemlich ausgehungert war. Während ich diesen Satz tippe, kann ich die Gedanken meiner Family lesen, nämlich “wann ist sie denn nicht hungrig…” *smile

Am zweiten Tag meiner Radreise ging es in die andere Richtung. Ohne großen Plan fuhr ich einfach los. Über unendlich viele Hügel erreichte ich schließlich wieder einen kleinen Hafen. Immer wieder fasziniert mich der Anblick von vielen Booten, weshalb ich nie vorbeikomme, ohne eine Foto zu knipsen.

Irgendwann erreichte ich Phan Thiet. Ich legte bis dahin eine Strecke von fast 20 Kilometer zurück. Der Gedanke, dass ich die Strecke über die vielen Hügel auch wieder zurück muss, trieb mir schon den Schweiß auf die Stirn. Nun gut, ich schaute mich erst einmal um, was es zu entdecken gibt. An einem Markt, an dem absolut keine Touristen waren, stoppte ich.

Nachdem ich sehr viele Eindrücke gewonnen hatte, trabte ich noch ein wenig durch das Städtchen und trat den Rückweg an. Hügel über Hügel hatte ich bekämpft, dann legte ich eine LANGE PAUSE ein, denn:

LIFE IS BETTER AT THE BEACH 

Dies ist auch das, womit ich die nächsten Tage verbrachte. Relaxen, schwimmen, Sonne genießen, schlafen, lesen, Kitesurfer beobachten etc. Tauchen und Schnorcheln ist hier aufgrund starker Brandung leider nicht möglich. Bei jeder Welle heißt es: Bikinihöschen gut festhalten! Aber es macht soo viel Spaß in den Wellen zu springen. Mir hat es sehr gut in Mui Né gefallen, sodass ich sogar den Aufenthalt im Hostel verlängerte. Wäre ich Surferin, wäre ich vermutlich noch länger geblieben. Hier werden sogar internationale Meisterschaften ausgetragen.

Zum Schluss möchte ich euch noch meine Beachfreundin vorstellen:

The Beach: Where doing absolutely nothing is doing something and happiness comes in waves 🙂

 

Tipps zur Anreise: 

Mui Né hat keinen eigenen Bahnhof. Falls du mit dem Zug reist, kaufe dir am besten ein Ticket nach Phan Thiet. Der Ort ist ca. 20 Kilometer entfernt. Von dort kommst du dann mit dem Taxi weiter.

Die Open-Tour-Busse fahren täglich von Ho-Chi-Minh-City (Saigon) nach Nha Trang und zurück. Sie halten unterwegs auch in Mui Né. Die Fahrt von Ho-Chi-Minh-City dauert etwa vier bis fünf Stunden (je nach Verkehrslage und Pünktlichkeit). Aus diversen Gründen habe ich mich allerdings gegen das Open-Tour-Bus-Ticket entschieden. Mir taugt es ganz gut einige Strecken mit dem Bus zurückzulegen, andere mit dem Moped und wieder andere mit dem Zug. So bin ich flexibler und kann das machen, wonach mir gerade ist. Was ich an dieser Stelle aber schon einmal betonen möchte: ich finde die sleeper buses absolut genial!

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