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Von Hanoi nach Vientiane

Angekommen in der Hauptstadt Vietnams: Hanoi.

Irgendwie hatte ich nicht damit gerechnet, dass mir die City gefallen wird. Wenn ich an das Verkehrschaos in Saigon zurückdenke und den ständigen Trubel auf den Straßen, rechnete ich mit dem Schlimmsten. Warum auch immer, aber in Hanoi fand ich es halb so schlimm. Liegt vermutlich daran, dass ich mich nach mehr als vier Wochen an die Verkehrslage in Vietnam gewöhnt habe. Bester Ausgangspunkt um Hanoi zu erkunden ist natürlich der alte Stadtkern “Old Quarter”. In den 36 Gassen in der Altstadt, in denen man noch ein Stück “altes Vietnam” entdecken kann, kann man durchaus einige Stunden verweilen. Jede Gasse hat ihre eigene Berufsgruppe, so findet man die Gasse der Korbflechter, der Seilmacher, der Schmiede, etc.

Zwischen Altstadt und dem französischen Viertel liegt der Hoan Kiem-See. Er hat eine perfekte Größe, um gemütlich rundum zu schlendern. Setzt man sich auf eine Bank so wird man von dem ein oder anderen vietnamesischen Studenten angesprochen, der sein Englisch testen möchte. Ein Student erklärte mir, dass er das 3 x die Woche macht – find ich ja an sich eine tolle Sache! Wer schon frühmorgens am See unterwegs ist, kann die Vietnamesen/-innen beim Frühsport beobachten. Ob gehend, rennend, auf Rollschuhen, auf dem Fahrrad oder tanzend – im Uhrzeigersinn bewegen sich alle um den See. Eine einzigartige Atmosphäre!

Man kann sich aber auch einfach in ein kleines Straßenlokal setzen und den Trubel beobachten. Das hat definitiv auch seinen Reiz! Nicht wundern, aber die mobilen Schuhputzer kommen immer wieder vorbei und versuchen ihr Glück. So schmutzig können meine Flipflops gar nicht sein. Dennoch wurde ich immer wieder angesprochen, dass meine Schuhe dringend geputzt werden müssten (hm okay).

Ich war positiv überrascht von Hanoi. Besonders gefallen haben mir die alten Häuser und die engen Gassen, die zu einem tollen Charme beitragen.

Hanoi ist (vorerst) die Endstation für meine Vietnam-Reise. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verlasse ich das Land, das mich mehr als faszinierte. Vom ersten Tag an verliebt und jeden Tag wurde es ein bisschen mehr. Hektische Großstädte, lauthupende Motorbikes, Wolkenkratzer, verschlafene Fischerdörfchen, lecker duftender Kaffee, saftig grüne Reisterrassen, alte Tempel, malerische Berglandschaften, unzählige Kalkfelsen, tolle Höhlen im Karstgebiet, weiße Sandstrände, türkisblaues Meer, schwimmende Märkte, kunterbunte Nachtmärkte, unglaublich leckeres Essen und wunderbare Menschen.

Das alles und noch viel mehr ist Vietnam. 

Mehrere Gründe haben mich dennoch dazu bewegt nach Laos weiterzuziehen. Vielleicht komme ich im Rahmen meiner Reise durch Südostasien noch einmal zurück nach Vietnam. Der Vorteil für uns Deutsche ist ja, dass wir 15 Tage visafrei einreisen können. Zunächst lasse ich mich aber weitertreiben und lasse alles Weitere auf mich zukommen.

Tạm biệt Viet Nam (Tschüss Vietnam)

SABAIDEE LAO! (Hallo Laos)

Nach einer 25-stündigen Busfahrt inkl. glimpflich verlaufenem Grenzübergang bin ich in der Hauptstadt von Laos in Vientiane angekommen. Schon damals im Süden von Laos habe ich bemerkt, dass die Uhren hier langsamer ticken. Alles ist entspannt. Man schaltet automatisch 3 bis 4 Gänge zurück und passt sich dem Tempo der Laoten an. Vientiane ist wohl einer der gemütlichsten Großstädte in Südostasien und bietet einige tolle Sehenswürdigkeiten. Zwei Nächte würde ich schon empfehlen (besser sogar drei), denn es gibt wirklich viel zu entdecken.

Keinesfalls sollte man sich den Buddha Park entgehen lassen. Er liegt etwa 25 km südwestlich von Vientiane nahe des Khong River (Grenze zu Thailand). Wer auf Touren steht, kann direkt in der City für 200.000 Kip (ca. 20 €) eine geführte Tour buchen. Ich wage mich zu behaupten, dass dies nicht erforderlich ist, denn man kann den Park wesentlich günstiger erreichen. Von der Talat Sao Station fährt die Buslinie 14 alle 20 Minuten für 6.000 Kip (0,60 ct.) direkt bis zum Buddha Park. Ich persönlich finde ja Busfahrten mit ausschließlich Locals immer eine tolle Erfahrung. Die kleinen schüchternen Kinder, die sich hinter ihrer Mutter verstecken, aber immer wieder mit neugierigen Blicken hervorspitzen, bis sie sich sogar wagen zu winken, finde ich immer wieder niedlich. Die Fahrt von der Freundschaftsbrücke (sie verbindet Laos mit Thailand über den Mekong) bis zum Park verläuft etwas holprig. Allerdings ist ein toller Blick über die schöne Landschaft entlang des Mekong Rivers garantiert! Der Buddha Park ist täglich von 08:00 – 16:30 Uhr geöffnet und kostet 5.000 Kip Eintritt.

Unbedingt besuchen solltest du auch das Nationalsymbol von Laos: die große Stupa (Pha That Luang). Ihr Bild findet sich auch vielerorts des Landes wieder, z. B. auf Postern, Stempel oder Banknoten.

Überhaupt scheint sich an jeder Straßenecke ein Kloster zu befinden. Besonders beeindruckend ist auch der Wat Sisaket, das älteste Kloster von Vientiane.

Besonders charmant ist die Innenstadt mit ihren französischen Bäckereien, guten Restaurants und den Straßengrills, die am Abend aufgestellt werden. Apropos Bäckereien: in Vietnam bin ich an keiner Bäckerei vorbeigekommen, denn es gibt die leckersten Gebäckstückchen überhaupt. Und in Laos geht es weiter damit – es ist einfach zu lecker, um daran vorbeizugehen! Es ist zwar alles überaus süß, aber ich persönlich fahre ja total darauf ab.

Am Abend lohnt sich ein Spaziergang zum Patuxai, auch Anousavari, genannt. Das Siegestor erinnert an den Pariser Triumphbogen.

Wie ihr seht, gibt es einiges zu entdecken in dieser kleinen, aber schönen Stadt. Besonders genoss ich die Ruhe (für asiatische Verhältnisse). In den letzten 4,5 Wochen Vietnam habe ich ein weitaus hektischeres Tempo hingelegt. In Vientiane ist es sogar möglich, gemütlich durch die Gassen zu flanieren, ohne angehupt zu werden. Nichtsdestotrotz fehlt mir Vietnam. Es wird wohl einige Tage dauern bis ich in Laos angekommen bin. Andere Währung, andere Küche, andere Menschen. Es ist aufregend und ich lasse mich treiben im Land der 1000 Elefanten.

In den ersten Tage habe ich bereits folgende Feststellung gemacht: ungeduldige Menschen sind in diesem Land fehl am Platz! Wie einleitend erwähnt, ticken die Uhren hier langsamer. Die Infrastruktur ist wesentlich schlechter als beispielsweise in Vietnam und Thailand. Die Straßen sind teilweise in einem wirklich heftigen Zustand (Schlaglöcher 30-50 cm tief). Das Busfahren treibt mir gelegentlich Schweißperlen auf die Stirn. Die laotischen Bus- und LKW-Fahrer heizen wie verrückt. Es wird in jeder Situation überholt (egal ob am Berg oder in der Kurve). Wer mit dem Gedanken spielt, das Land mit dem Rad zu bereisen oder sich ein Motorrad zu mieten: es ist äußerste Vorsicht geboten! Englisch wird kaum gesprochen, selbst in der Hauptstadt nur rar. Bin ja mal gespannt, wenn ich demnächst nördlicher komme. Vermutlich wird sich die Verständigung zunehmend schwieriger gestalten. Auch hier ist Geduld gefragt. Mit Händen und Füßen geht es ja dann doch immer – kostet aber Zeit und Energie. Viele Geldautomaten funktionieren über Tage/Wochen nicht, eine Notreserve an Bargeld ist immer von Vorteil. Ich habe hin und wieder schon Situationen erlebt, in denen – insbesondere Menschen aus meinem Heimatland, sorry! – sich aufregten, beispielsweise über Busverspätungen oder schlechten Service im Restaurant.

Mein persönlicher Tipp:

Um von Laos nicht enttäuscht zu werden, sollte man sich im Vorfeld ausreichend informieren, denn es ist eben anders! Nach dem bekannten Slogan in Deutschland “der Kunde ist König” kann man hier lange suchen. Oftmals sitzt man schon eine Weile im Restaurant bis man überhaupt beachtet wird. Wenn man sich aber im Vorfeld darauf einstellt, ist es doch halb so schlimm. Busverspätungen gibt es natürlich immer wieder. Auf die Deutsche Bahn kann man sich schließlich auch nicht zu 100 % verlassen. Es dauert in Laos eben alles etwas länger, da es noch nicht so modern wie die Nachbarländer ist. Mancherorts habe ich den Eindruck, dass die Zeit hier stehen geblieben ist. Merkt man beispielsweise auch am Internet. Ich kann für mich behaupten, dass ich die Langsamkeit sogar ein wenig genieße, der Alltag ist schließlich oftmals hektisch genug. Darüber hinaus ist es auch eines der günstigsten Reiseziele in Südostasien. Was ich bisher von diesem Land gesehen habe, hat mir gefallen. Ich bin an sich auch eher ein ungeduldiger Mensch, aber man lernt auf Reisen sich anzupassen. Genau deshalb sind wir doch unterwegs: Um in fremde Kulturen einzutauchen und Land und Leute kennen zu lernen. Das ist eben Laos und ich freue mich darauf das Land zu bereisen. Los geht’s…

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