AsienLaosTravel

Mountainbiking outside Vang Vieng

Um meinem vorherigen Artikel noch etwas Nachdruck zu verleihen, möchte ich mit einer kurzen, aber wahren Geschichte einleiten. Busticket gebucht von Vientiane nach Vang Vieng. Ich wurde im Hostel abgeholt (nur 30 Minuten zu spät). Mit dem Tuk-Tuk ging es zum Minivan. Mit dem Minivan ging es zu einer Sammelstelle. Von der Sammelstelle zu Fuß zur Bushaltestation.

Nun standen wir also vor einem Bus, der meines Erachtens nach defekt war. Ich habe ja nicht sehr viel Ahnung von Mechanik, wenn aber ein Gehsteig voller Hunderten von Teilen liegt und vier Mechaniker (darunter eine Frau) versuchen diese losen Teile anzubringen, wirkt das auf mich zumindest ein wenig defekt?! Wie ein Puzzle fügten sie alles zusammen. Sie löteten und schraubten – keiner von uns glaubte daran, aber Wunder gibt es immer wieder. Nach 2,5 h war der Bus funktionstüchtig und es konnte losgehen. Ich betete bis zur Ankunft, dass der Bus nicht auseinanderfällt. Die Straßenverhältnisse inkl. der tiefen Schlaglöcher darf man schließlich auch nicht außer Acht lassen. Okay, also so viel zur Anreise – ging glückerweise alles gut aus.

VANG VIENG

… ist ja nach wie vor ein umstrittener Ort. Die Stadt ist bekannt als Hotspot für Extrem-Partys und somit das Backpackermekka von Laos. Bekannt wurde der Ort durch das “Tubing”, wo man sich in einem alten LKW-Reifen sitzend dem Nam-Song-River hinuntertreiben lässt. Hinein in eine Partyszene voller Drinks, Drogen und einem Abenteuerspielplatz mit Schaukeln, Seilbahnen und Wasserrutschen. Allein 2011 soll es wohl zu 27 Todesfällen gekommen sein. An die Dunkelziffer gar nicht zu denken. Nach zahlreichen Todesfällen sowie Alkohol- und Drogenexzessen hat die laotische Regierung in Vang Vieng interveniert.

Natürlich habe ich sie auch gesehen, diese merkwürdigen Angebote von Mushroom Shake über sonstige Pilze und andere Drogen. Naja, jedem das seine. Nun fragt ihr euch bestimmt, was ich in dieser Stadt wollte. Sicherlich bin ich nicht wegen der Partys hierher gekommen, sondern ich wollte die wunderschöne Landschaft erkunden. Für zwei Tage mietete ich mir also ein Mountainbike (juhu endlich mal ein Rad mit Gangschaltung und Federung) und radelte um die Karstberge und durch kleine verschlafene umliegenden Dörfer.

Am ersten Tag radelte ich nur einige Kilometer bis ich ein Schild sah “best viewpoint in Vang Vieng”. Klingt verlockend und wollte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Oh wow, der Weg nach oben war nicht ohne! Über Stock und Stein ging es 1,5 h steil bergauf, aber die Strapazen lohnen sich. Man wird definitiv mit einer traumhaft schönen Aussicht belohnt. Am Viewpoint 1 war ich ganz alleine. Am Viewpoint 2 traf ich ein interessantes Pärchen. Sie Portugiesin, er Holländer und vor ein paar Monaten sind sie nach Neuseeland ausgewandert. Ist ja nicht so, dass ich nicht auch von einem Haus an der Bay of Plenty träume… Ich bin nun bestens informiert wie man am einfachsten in das wohl tollste Land der Welt kommt 🙂

Unten angekommen schwang ich mich wieder auf mein Moutainbike und radelte und radelte… Hin und weg war ich von dieser tollen Landschaft, sodass ich komplett die Zeit vergaß. Als ich am späten Nachmittag an der Blue Lagoon stand, fing es urplötzlich zu regnen an. Aber nicht nur ein bisschen, sondern wie aus Eimern. Ich hatte keine Ahnung wie weit ich von meinem Hostel entfernt war, aber es erschien mir ziemlich weit. Mein Plan war also zu warten bis es aufhört. Nach mehr als einer Stunde regnete es immer noch und es war nun doch schon relativ spät. Ein Touri-Bus nach dem anderen verschwand und es wurden immer weniger Leute. An dieser Stelle möchte ich DANKE sagen an meine tollen Freunde zuhause, die mir Schutzengel für meine Reise mitgegeben haben. Ich habe wirklich das Gefühl, dass sie mir immer wieder aus der Patsche helfen. Fünf Chinesen haben mein Rad auf das Autodach gespannt und mich zurück ins Hostel gebracht. Was für ein Glück!

Es regnete sicherlich noch sechs Stunden, warten wäre also unnötig gewesen. Der einzige Grund, warum ich nicht im Regen radelte, war meine Kamera. Mir macht es ja nichts aus, auch wenn ich wusste, dass mich im Hostel nur lauwarmes Wasser erwartet, aber meine Kamera ist mir zu wichtig. Super, dass die Chinesen mir geholfen haben! Am nächsten Tag war das Wetter wieder radtauglich. Man sollte unbedingt den kleinen Loop fahren, der hinter der neu gebauten Brücke für Autos, LKWs und Räder beginnt. Super schön entlang der verschlafenen Dörfer, die inmitten der Karstberge liegen.

Abseits der Partymeile ist Vang Vieng wirklich traumhaft! Die Beschreibungen in Reiseführern und Blogs stimmen größtenteils. Stellt sich die Frage was einem eher liegt – die Partys oder die beeindruckende Landschaft. Ehrlicherweise muss ich gestehen, dass ich auch einen Abend auf der Piste war, nämlich an Silvester. Ein Feuerwerk gab es leider nicht, aber dafür jede Menge Himmelslaternen. Es lässt sich wirklich gut feiern in dieser Stadt und zwar bis in die frühen Morgenstunden. Mit einer Laotin habe ich getanzt und es war zu süß, um wahr zu sein. Bei für mich wirklich alten Songs sagte sie immer wieder “ohhh a new song”. Laos liegt in jeder Hinsicht ein wenig zurück, aber ich finde das Land toll, gerade deshalb, weil es so ursprünglich ist. 

Für alle, die nicht radeln wollen, gibt es natürlich immer die Möglichkeit ein Motorbike zu mieten. In Vang Vieng kann man aber auch diverse Touren buchen: ob kayaking, zipling oder tubing (nur noch in abgespeckter Form). Auch Heißluftballonfahrten werden angeboten. Sicherlich ist für jeden etwas dabei und es lohnt sich definitiv ein paar Tage einzuplanen.

Tags:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.