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Über Cát Bà in die Halong Bay

Cát Bà ist die größte Insel in der Halong-Bucht im Norden Vietnams. Der Wetterbericht sah nicht sehr rosig aus, aber dennoch steuerte ich die Insel an. Fünf Stunden war ich von Ninh Binh aus unterwegs inkl. Busfahrt und Fähre.

Somit stand dann auch mein “Weihnachtsprogramm”. Ich hatte zwar weder einen gut riechenden und geschmückten Tannenbaum, noch Geschenke, aber dafür eine unfassbar tolle Landschaft, einen überraschenden Wetterumschwung und ein kleines Festtagsmenü. Von meinem Homestay in Ninh Binh bekam ich eine Übernachtung im “Full Moon Party Hotel” geschenkt. Na dann, mal sehen was mich erwartet. Ich nächtigte mit weiteren 14 Leuten im Zimmer und siehe da: ich habe geschlafen wie ein Stein. Mir macht das Hostelleben ja eher weniger aus. Ist sicherlich nicht jedermann Sache, aber man gewöhnt sich an alles. Die kleineren Hostels sind meist etwas familiärer, sodass man auch seinen Kram herumliegen lassen kann. Die beste Aussage, die ich von einem Reisenden gehört habe: “Es kommt immer auf die G&G`s (Gerüche und Geräusche) an, wie gut er im Hostel schläft”. Aber er hat recht. Genau so ist es. Im Full Moon Party Hotel war zwar im Erdgeschoss Live Musik und in meinem Zimmer jede Menge Spanier, die die halbe Nacht Gitarre spielten, aber wie gesagt: ich bin da durchaus flexibel.

24.12. MERRY CHRISTMAS

Frühmorgens legte das Boot ab und den ersten Stopp gab es auf Monkey Island. Eine schöne kleine Insel mit verspielten Äffchen. Wir kraxelten den Berg hinauf, von wo aus wir eine super Aussicht genießen konnten. Wie vom Wetterbericht vorhergesagt, hing der Himmel voller Wolken. Schade! Aber nichtsdestotrotz waren alle an Bord gut gelaunt und wir waren froh, dass es nicht regnete. Auf dem Weg zur Lang Ha bay bekamen wir sogar eine traditionelle Dschunke zu Gesicht.

In einem kleinen Areal der Halong Bay stiegen wir auf das Kajak um. Im Übrigen wurde hier ja auch ein Teil des King Kongs Film gedreht. Kein Wunder! Hier herrscht eine wunderbare Stille bei herrlichen Panorama. Wir paddelten durch dunkle Höhlen, was natürlich der ganzen Sache noch mehr Reiz gab. Das Gesicht meines Kajak-Partners sollten ihr euch schon einmal einprägen. Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass er in 4 – 5 Jahren in den Medien sein wird. Seit mehr als einem Jahr hitchhiked er durch die Welt und lange ist kein Ende in Sicht. Vermutlich wird er noch weitere vier bis fünf Jahre reisen. Ist das nicht unglaublich? Ihr solltet diesen Typen mal kennenlernen. Überwiegend geht er zu Fuß – egal bei welchem Wetter – oder er fährt per Anhalter im Truck. Geschichten über Geschichten hatte er erzählt. Ich hätte ihn gerne einige Tage begleitet, aber nachdem es für ihn weiter nach Taiwan geht, trennten sich die Wege. Wobei ich auch ehrlich gestehen muss, dass das ‘oldschool backpacking’ schon Hardcore ist. Glaube nicht, dass ich der Typ dafür wäre. Teilweise übernachten auf dem Fußboden, manchmal an die 20 Stunden im Truck, von der Polizei oder dem Militär aufgegabelt zu werden, etc. Da gehört schon mehr dazu! Hut ab! Ich hoffe dennoch, dass er mir irgendwann eine Seite in seinem Buch widmen wird. Schließlich war ich die erste Frau, mit der er rückwärts Kajak gefahren ist! Absolut funny.

Mittagessen gab es auf dem Boot. Ja, auch ich möchte auf mein Weihnachtsmenü nicht verzichten. Das Essen war super lecker und reichlich – fast wie zu Hause- same same but different. Nachdem wir gesättigt waren schipperten wir weiter Richtung Van Boi Beach. Kaum zu glauben: am Morgen hing der Himmel voller Wolken. Manche unter uns (z. B. ich) kajakten mit Fleecejacke, da es “nur” 20 Grad hatte. Wie gesagt, es ist Winter in Nordvietnam, aber der Wettergott meinte es gut mit uns. Alle Wolken wurden zur Seite geschoben und wir spürten die ersten Sonnenstrahlen bis wir schließlich von blauem Himmel umgeben waren. Juhuu Musik lauter und Party on! Wenn mir frühmorgens jemand gesagt hat, dass ich heute ins Wasser springe, hätte ich ihm gesagt, dass das totaler Blödsinn ist. Manchmal kommt es anders als man denkt. Die Fullmoon Party Guides jumpten vom vier Meter hohen Boot direkt in das Wasser und ich merkte wie es mich reizte selbst hineinzuspringen. Naja, was soll das Getue – mehr als einen kleinen Kälteschock wird es schon nicht geben. Lange Rede, kurzer Sinn: Ab ging es mit Anlauf in das kalte Wasser. Vermutlich hatte es keine 18 Grad, aber nun gut, wie ihr seht, habe ich es überlebt. Und es war absolut genial. Wenn man sofort schwimmt und sich im Wasser bewegt, wird es sogar irgendwann warm. Hoch aufs Boot und es erfolgte der zweite Jump. Was für eine tolle Stimmung. Nur wer gesprungen ist, konnte das kleine Stückchen Sand genießen.

Was für ein außergewöhnliches, aber dennoch geniales Weihnachten. In der Halong Bay kann man durchaus die Feiertage verbringen. Nachdem der Wetterbericht schlechter aussah, als es tatsächlich war, waren glücklicherweise nicht viele Boote unterwegs. Umso besser – hier möchte ich nicht in der Hauptreisezeit sein.

Auf dieser Mini-Insel würde ich mich allerdings gerne mal für einige Tage niederlassen! Muss einmal recherchieren, ob sie auch von Touris gebucht werden kann oder nur für Locals zugänglich ist.

Und wieder ein Highlight in Vietnam. Dieses Land macht mich noch verrückt!

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