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Port Douglas – mein erstes Taucherlebnis

Tauchen Great Barrier Reef Port Douglas

Wie ihr sicherlich mittlerweile aus meinem Blog herauslesen konntet, liebe ich nichts mehr als Sonne, Strand, Meer und natürlich meine Flipflops.

Das Meer übt auf mich eine so große Anziehungskraft aus.

Liegt es an dem Rauschen der Wellen oder dem Geschmack der salzigen Luft? Oder ist es dem Freiheitsgefühl zu widmen, das sich aufgrund der Blicke bis zum Horizont breitmacht? Vielleicht liegt es aber auch an dem blau-grün-türkisen Farben, die beruhigend auf mich wirken? Ich weiß es nicht, aber Fakt ist: Meer macht glücklich.

Nach unserem Stopover in Hong Kong landeten wir in Cairns. Direkt am nächsten Tag machten wir uns auf den Weg nach Port Douglas. Allein die Anfahrt über den Captain Cook Highway hat uns total begeistert.

Wir hatten noch ein wenig mit dem Kontrast zu kämpfen: Von den überfüllten U-Bahnen und der hektischen Großstadt Hong Kong in eine Ferienidylle aus dem Bilderbuch mit goldenen Sandstränden und smaragdgrünem Meer. Doch wir gewöhnten uns rasch an die neue Umgebung und nahmen die Natur mit allen Sinnen wahr.

Nach einer gemütlichen Fahrt standen wir an dem reizvollen Fischerhafen von Port Douglas – schon von Weitem erblickten wir die Poseidon. Die absolute Nervosität machte sich breit! Das erste Mal Tauchen stand bevor.

Auf dem Schiff gab es zunächst eine lange Sicherheitseinweisung. Mehrere Formulare mussten ausgefüllt werden (gesundheitliche Probleme, Tauchen auf eigenes Risiko, etc.)

Das Herz schlug immer schneller. Während das Boot immer weiter hinaus schipperte, bekamen wir Informationen über Informationen: ruhige Atmung, Druckausgleich, Handzeichen beim Tauchen, Bedienung der Tauchausrüstung, usw. Ich war super nervös und wusste nicht, wo mir der Kopf steht. Das Herz schlug mir mittlerweile bis zum Hals, als der Captain nach etwa 1,5 h stoppte.

Zwischenzeitlich hatte ich schon überlegt einen Rückzieher zu machen, aber so leicht wollte ich dann doch nicht aufgeben. Eines muss ich unserem Tauchlehrer Chris lassen, er legte super viel Geduld an den Tag! Ich löcherte ihn mehrmals immer wieder mit den gleichen Fragen: “Wie geht das mit dem Druckausgleich?!”, “Wann drücke ich den grauen und wann den schwarzen Knopf am Schlauch der Weste?”, “Notfallregulator benutzen?!?!”, “Wasser aus der Tauchermaske lassen?!” …. mir schwirrte der Kopf!

Australien Port Douglas Nervös beim Tauchen

 

Wie in Trance wackelte ich hinaus auf das Deck, schlüpfte in den Neoprenanzug, zog die Flossen an und setzte die Taucherbrille auf. Chris redete beruhigend auf mich ein und behängte mich mit den Gewichten.

 

 

 

 

 

Nach einem letzten Check der Ausrüstung stiegen wir ins Wasser. Ich krallte mich am Tau fest und setze eine Hand vor die andere. Zumindest bin ich schon einmal unter Wasser und atme! Die Panik ließ allerdings nicht lange auf sich warten. Sofort gab ich Chris das Zeichen für Aufsteigen (Daumen hoch). Ich war sehr frustriert, dass ich nach Sekunden schon wieder an der Wasseroberfläche war, aber Chris beruhigte mich. Er sagte, dass es völlig normal sei, da der menschliche Körper nicht unter Wasser sein will. Es ist nun mal nicht der natürliche Lebensraum des Menschen, weshalb der Kopf die ersten zwei Minuten gegen diesen Zustand ankämpft.

Okay! Ich hatte mich wieder einigermaßen gefangen und wir starteten den 2. Versuch. Ruhig ein- und ausatmend hangelte ich mich am Seil nach unten. Ich merkte wie die Atmung immer schneller wurde, ich konnte es nicht kontrollieren und somit war auch der 2. Versuch gescheitert. Chris redete wieder in Engelsgeduld auf mich ein, bis ich bereit war, es ein 3. Mal zu probieren. Diesmal versuchte ich alle Ängste und Gedanken beiseite zu schieben und an nichts zu denken. Mein Atem ging normal und ich kam Stück für Stück weiter nach unten. Die Ohren waren zu, ich erinnerte mich an die Worte bzgl. des Druckausgleichs und führte ihn mehrmals durch) und siehe da:

Chris hatte recht! Obwohl ich mich (noch) nicht wirklich wohl fühlte, war ich zumindest schon mal unten. Nach einigen Minuten am Tau hängend, während ich auf die anderen wartete, bemerkte ich, wie der Atem sich langsam beruhigte und ich gewöhnte mich an das Gefühl, durch das Mundstück zu atmen. Nachdem zwei weitere “Tauchschüler” nachkamen und ich Conny nicht sehen konnte, wusste ich, dass es bei ihm nicht geklappt hat, was mich sehr traurig stimmte.

Zu viert schräg übereinander hängend, ließen wir die Luft aus den Westen, nahmen uns an die Hände und schwammen vom Boot weg. Wir schwebten dem Tauchlehrer hinterher… Erst nachdem ich mich an das Paddeln und das Waagrechthalten meines Körpers sowie meine eigene Atmung gewöhnt hatte, konnte ich mich richtig umsehen.

 Port Douglas Tauchgang

Schlagartig vergaß ich die ganze Aufregung zuvor und saugte die Umgebung um mich herum in vollen Zügen auf. Noch nie war ich dem Meeresboden so nahe. Fischschwärme vor, hinter, über, unter, neben uns – soweit das Auge reicht. Korallen leuchten in bunten Farben. Mich packte die totale Faszination. Immer wieder gab ich Chris das “Okay-Zeichen”. Ich fühlte mich aber nicht nur “okay”, sondern ich war überaus glücklich, dass ich es geschafft hatte und weil es schöner war, als ich mir je erträumt hatte.

Mithilfe des grauen Knopfes stiegen wir wieder auf und hangelten uns am Seil hoch. Die Crew stand schon bereit, um uns von Flossen und Equipment zu befreien. Ich strahlte wie ein Honigkuchenpferd!

Fazit: Mein 1. Tauchgang hat zwar furchteinflößend begonnen, aber sobald man die Angst überwunden hat und sich in Zeitlupe treiben lässt, möchte man am liebsten an jeder Ecke stundenlang verharren. Mittendrin in einer neuen Welt – welch ein wunderbares Gefühl!

Während der Fahrt zum zweiten Riff erzählte mir Conny, dass es aus verschiedenen Gründen bei ihm leider nicht geklappt hat. Er möchte es aber definitiv noch einmal probieren. Chris sagte aber auch, dass Tauchen nicht jedermanns Sache ist. Zumindest durfte er in der Zwischenzeit schnorcheln, was ja auch eine tolle Alternative ist! 🙂

Beim 2. Tauchgang war der Anfang schon wesentlicher einfacher. Diesmal klappte es auf Anhieb! Sofort konnte ich die bunte Unterwasserwelt genießen, bis ich plötzlich IHN sah

Australien Port Douglas Hai

Chris gab mir das “Okay-Zeichen”, was mich nur minimal beruhigte. Ich paddelte weiter und versuchte den Hai zu ignorieren, da er allerdings schnurstracks auf mich zu schwamm, begann mein Herz -erneut- wie verrückt zu klopfen! Warum weicht er nicht aus?! Er schaute mich an und ich ihn. Nur wenige cm vor mir kratzte er die Kurve und verschwand. Schwein gehabt…

Da Conny mehr oder weniger “über” uns schnorchelte, hatte er die Szene von oben beobachtet. Er hatte den Hai auch gesehen – nur aus einen anderen Perspektive wie ich. Vermutlich wäre ich auch lieber an der Wasseroberfläche gewesen als 10 Meter weiter unten.

Der 3. Tauchgang (eigentlich hatte ich nur zwei gebucht, aber ich durfte einen von Conny übernehmen), war wohl mit Abstand der beste. Alle guten Dinge sind drei – hier ist wohl etwas dran! Völlig ohne Probleme jumpte ich ins Wasser und tauchte mit einer seelenruhigen Gelassenheit ab. Ein traumhaft schönes Riff – das reinste Feuerwerk der Farben. Das absolute Highlight kam zum Schluss: nein, diesmal kein Hai, sondern eine wunderschöne Riesenschildkröte. In einer Leichtigkeit paddelte sie an uns vorbei und ich ließ mich schwerelos neben ihr treiben.

Australien Port Douglas Schildkröte

An diesem Tag erlebte ich ein Hoch der Gefühle: von purer Angst, über Nervosität bis hin zur totalen Faszination. Die Unterwasserwelt in ihrer Schönheit und Vielfalt zu entdecken, erfordert ein wenig Mut und Überwindung!

Aber andererseits: Brauchen wir nicht alle ein bisschen Nervenkitzel? JUST.TRY.IT

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