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Nächster Halt: Kanada

Kanada Haus im Wald

Nachdem wir die Grenze überquerten, hatten wir zunächst Schwierigkeiten uns zu verständigen. Im Osten Kanadas – vor allem in der Provinz Quebec – wird mit Vorliebe Französisch gesprochen. Die Landschaft allerdings war genauso schön, aber nicht mehr so bunt wie in Neuengland.

Montreal, Quèbec 

Für jeden Besucher der Millionenstadt ist es ein Muss, den “Vieux-Port” zu besichtigen. Der Alte Hafen erstreckt sich über eine Länge von zwei Kilometern entlang dem Ufer des Sankt-Lorenz-Sroms, angrenzend an die Altstadt. In der Altstadt befinden sich viele schöne Cafés im französischen Stil. Wie wäre es z. B. mit einem Maple-Donut?

Montreal zeichnet sich durch die größte Untergrundstadt der Welt aus. 32 Kilometer lang ist das Tunnelsystem, das sich über eine Fläche von 12 km² erstreckt. Es werden so zwei Busbahnhöfe, die beiden Hauptbahnhöfe, zehn U-Bahn-Stationen, Hotels, ein Eishockeystadion, drei Veranstaltungshallen, diverse Büro- und Wohngebäude, zwei Universitäten, Restaurants und Kinos, Theater sowie beinahe 2000 Läden und Boutiquen miteinander verbunden. Für uns mag das schon etwas ungewöhnlich sein, doch für die Kanadier ist es eine gute Möglichkeit sich im strengen Winter in der geschützten “Innenstadt” zu bewegen.

Wir fanden das tatsächlich sehr interessant, allerdings fehlte uns die frische Luft und wir nahmen daher den Treppenzug an der Ave de Pins. Auf der Höhe des Mont Royal, der als größter Park Montreals gilt, beobachteten wir Stunden über Stunden die vielen Jogger, Spaziergänger und genossen die Aussicht über Montreals Downtown und den St.-Lorenz-Strom. Ein umwerfendes Panorama.

Nach einem mehrtägigen Städteaufenthalt mussten wir wieder “ins Grüne”. In Kanada ist die Laubverfärbung leider nicht ganz so bunt wie in Neuengland, da dort die Vielfalt der Baumarten geringer ist. Nichtsdestotrotz zog es uns zurück in die Natur. Wie ihr sicherlich mittlerweile herauslesen könnt, besichtigen wir sehr gerne Städte, aber wohler fühlen wir uns im Grünen. Das liegt wohl auch daran, dass wir auf dem Land aufgewachsen sind.

Unser nächster Halt war somit: der Algonquin Park

Der in der kanadischen Provinz Ontario gelegene Algonquin Provincial Park ist 7725 km² groß und umfasst Hunderte von Seen, unzählige Flüsse und Bäche sowie riesige Wälder. Hier waren wir also gut aufgehoben! Wanderschuhe raus und ab durch die Laub- und Nadelwälder. Jedoch wurde uns auf dem Campingplatz gesagt, dass wir vorsichtig sein sollten, da in der letzten Nacht drei Bären die Mülleimer plünderten. Ohhh wir wollten auch unbedingt Bären sehen (oder lieber doch nicht?) Im Park selbst gibt es wohl 2000 Schwarzbären und etwa 3000 Elche. Auch nach mehrtägigem Aufenthalt haben wir weder Bären noch Elche gesehen. Leider. Aber so ist das in der Natur; anders als im Zoo! Dort hat man zwar die Garantie, die Tiere zu sehen, jedoch nur hinter Gittern. Wir bevorzugen die Tiere in der Natur zu sehen (oder eben nicht). Vielleicht während der nächsten Kanada-Reise!

Uns erwartete aber eine andereKanada Algonquin Park Eiszapfen Überraschung. In der Nacht funktionierte plötzlich die Heizung im Camper nicht mehr. Es wurde kälter und immer kälter bis wir schließlich aufstanden und nach dem Problem suchten. Ein Blick aus dem Fenster und wir konnten es nicht fassen! Träumen wir oder liegt hier urplötzlich Schnee?!

 

Wir stapften hinaus und tatsächlich, es hatte geschneit. Hatten wir nicht tagsüber noch >20°C? Es war unglaublich. Wir mussten also die Platte, die eingeschneit war, freiräumen, sodass die Heizung wieder funktionstüchtig wurde. Immer hatten wir im Hinterkopf “Jederzeit könnte ein Bär auftauchen…” Als der Schnee beseitigt war, huschten wir schnell zurück in den Camper, drehten die Heizung auf und tatsächlich wurde es von Minute zu Minute wärmer. Die Nacht war gerettet! Ein herrlicher Anblick erwartete uns am nächsten Morgen.

Kanada Algonquin Park Schnee Indian Summer (2) Kanada Algonquin Park Schnee Indian Summer (1)

Es ging weiter in die nächste Großstadt: Toronto

Mit 2,6 Mio. Einwohnern ist sie die größte Stadt Kanadas. Das Wahrzeichen der Stadt ist schon auf weite Entfernung zu sehen: der CN Tower mit einer Höhe von 553 Meter. Bis 2009 war er der höchste Fernsehturm weltweit. Heute ist er der fünfhöchste freistehende Turm der Welt. Wer möchte sich schon die Aussicht von oben entgehen lassen?

Kanada Torono Aussicht von CN Tower

Natürlich darf auch ein Einkaufsbummel in einer Großstadt nicht fehlen. Die Mode der Einheimischen ist origineller und die Marken für uns eher unbekannt. Nichtsdestotrotz stürzten wir uns ins Getümmel der Queen Street und College Street. Auch schlenderten wir über die Yorkville, wo sich die vornehmen Läden, wie Louis Vuitton, Prada, etc. aneinanderreihen.

Kanada Toronto Einkaufsmeile

Wem das noch nicht genug ist, kann gerne in das Eaton Centre weiterziehen. Hier erwarten dich 230 Shops und Restaurants sowie eine Food Court auf vier Etagen. Das Schöne daran ist, dass eine 450 m lange Glaskuppel für natürliche Lichtverhältnisse sorgt.

Nach einer ausgiebigen Shoppingtour kommt natürlich der Hunger. Liebe geht ja bekanntlich durch den Magen! Wir waren daher in der Markthalle des St. Lawrence Market sehr gut aufgehoben. Sämtliche kulinarischen Besonderheiten werden angeboten, sodass einem die Entscheidung nicht leicht fällt. Besser man bringt richtig viel Hunger mit! So wie wir.

Im Financial District findet man die Gooderham (Flatiron) – ähnlich wie in New York. Die schöne Architektur des Gebäudes bietet einen tollen Kontrast zu den hoch auftragenden, modernen Wolkenkratzern um ihn herum.

Kanada Toronto Flatiron Building

Warum auch immer, wir haben es verpasst. Der Nationalsport in Kanada ist und bleibt Eishockey. Heute bereuen wir, dass wir dem Air Canada Centre keinen Besuch abstatteten. Es wäre sicherlich ein besonderes Erlebnis, die Faszination der Einheimischen hautnah zu erleben. Auch das heben wir uns für die zweite Kanada-Reise auf! Wie ihr merkt, sind wir ziemlich angetan von diesem wunderschönen Land. Es besteht daher kein Zweifel, wir müssen definitiv wiederkommen.

Das Ende der Reise nähert sich -wie immer- viel zu schnell. Unser letzter Stopp war von Toronto etwa 90 Minuten entfernt: Die wunderschönen Niagarafälle (auf der kanadischen Seite). Es ist super beeindruckend, wenn man direkt an einer Kante steht, von der das Wasser hinab fällt. Pro Sekunde stürzen über 2,2 Mio. Liter Wasser die Niagarafälle hinab. Ein wahres Naturwunder. Eine Regenjacke wäre von Vorteil, da unterhalb der Fälle die Möglichkeit besteht, über einen Höhlengang in die Nähe der Falls zu spazieren.

Ehrlicherweise muss ich gestehen, dass mir das Außenherum nicht gefallen hat. Das erinnerte mich eher an Las Vegas. Casinos, Freizeitpark und sämtlichen Fressbuden sowie überall Leuchtreklame. Mich fragt zwar niemand, aber dennoch äußere ich meine Meinung: auf dieses Tamtam könnte gut verzichtet werden.

Kanada Niagarafälle Freizeitpark Casino

Jedoch gilt die sonnenreiche Niagara-Region als wichtigstes Weingebiet Kanadas. Es befinden sich daher etliche Vineyards mit Tasting Rooms in der Umgebung. Darauf möchten wir eher weniger verzichten.

Für mich ging ein Traum in Erfüllung, die Falls zu sehen. Nun würde es mich aber auch reizen, das Naturspiel im Winter zu bestaunen. Soll ja auch schön sein?!

Unser Roadtrip neigte sich dem Ende zu. Und wie immer war die Zeit zu kurz. Im zweitgrößten Land der Welt hätten wir am liebsten noch Monate verbracht. Kanada gehört in puncto landschaftlicher Vielfalt zu den Top-Playern der Welt. Für alle, die unberührte weite Natur und Outdoor-Aktivitäten lieben: setzt Euch in den Flieger, mietet einen Camper und schon kann der Roadtrip beginnen.

 

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