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Merry Christmas from Fraser Island

Australien Fraser Island 75 Mile Beach Aussicht

Es ist schon etwas befremdlich bei 30° C Weihnachtslieder zu hören. Ein Weihnachten ohne Schnee, Lebkuchen, Plätzchen und Dominosteine? Für uns Europäer irgendwie seltsam. Wir testeten es und verbrachten Weihnachten auf Fraser Island – der größten Sandinsel der Welt – bei herrlichem Sonnenschein, dem wundervollen Lake McKenzie und 240 Meter hohen Sanddünen.

Nach einer 50-minütigen Fahrt mit der Fähre kamen wir auf Fraser Island an. Es gibt hier keine befestigten Straßen sondern nur Sandpisten. Wir hörten von vielen Unfällen, die selbstfahrende verursachen, weshalb wir uns für eine Tour mit dem Allrad-Bus entschieden. Während unser 3-tägigen Tour entdeckten wir wunderschöne Orte mit ungewöhnlichen Felsformationen, Bächen, tollen Stränden, Dutzende von Süßwasserseen, tropische Regenwälder, rostende Überreste der SS Maheno und und und… Fraser Island zählt nicht umsonst zum UNESCO-Weltnaturerbe. Die Aborigines nennen die Insel schlicht und treffend „K’gari“: Paradies.

Weihnachten am Strand

Für uns das absolute Highlight von Fraser Island war der Lake McKenzie – schneeweißer Sand, tiefblaues Meer und rundherum ein sattgrüner Wald. Das Besondere am Lake McKenzie ist, dass er dreifarbig wirkt. An Ufernähe ist das Wasser glasklar, dann türkisblau und je weiter man raus schwimmt, desto dunkler wird es. Ein unglaubliches Farbenspiel.

Australien Fraser Island Lake McKenzie

Obwohl wir weit weg von zu Hause waren, keinen geschmückten Tannenbaum, keine Bescherung und auch kein Festtagsmenü hatten, fehlte es uns an nichts. Es war für uns ein ganz besonderes Weihnachten. Wie auch in England und in den USA findet die Bescherung in Down Under am Morgen des 25.12. statt. Wir sahen es als Geschenk dieses Naturwunder erleben zu dürfen. Wunschlos glücklich nahmen wir jedes Detail der Insel auf.

Der offizielle Highway der Insel ist der berühmte 75 Mile Beach. Er dient als Flughafen für Kleinflugzeuge und ist befahrbar für Fahrzeuge mit Allradantrieb – ein sehr multifunktionaler Strand. Allerdings ist das Baden hier lebensgefährlich, denn hier drohen Krokodile, Haie und starke Strömungen!

Australien Fraser Island 75 Mile Beach

Glücklicherweise gibt es zum Baden tolle Alternativen, wie z. B. die Champagne Pools oder der Eli Creek – der größte Frischwasserfluss der Insel. Das Wasser ist zwar eiskalt, jedoch sollte man sich nicht entgehen lassen durch den Fluss zu laufen, da man ein Stück in den Regenwald hinein laufen kann. Das Wasser ist glasklar. Angeblich ist der Fluss auch frei von gefährlichen Tieren – wir glaubten das, jumpten ins Wasser und genossen die Abkühlung in der australischen Sommerhitze.

Australien Fraser Island Eli Creek

Das Maheno-Schiffswrack ist eine weitere Sehenswürdigkeit der Insel. Hierbei handelt es sich um ein Schiff, das 1935 aufgrund eines Zyklons auf Grund gelaufen ist und nun im Sand feststeckt und mit den Jahren immer weiter versinkt. Maheno ist ein ehemaliger Luxusliner, der bei seiner letzten Fahrt mithilfe eines anderen Schiffes zum Verschrotten nach Japan überführt werden sollte. Heute sind nur noch die oberen Decks des Schiffswracks zu erkennen. Kaum vorstellbar, dass dieses alte verrostete Schiff als ein Luxusliner zwischen Australien und Neuseeland pendelte.

Australien Fraser Island Wrack Maheno

Indian Heads

Trotz der Hitze machte uns der Aufstieg wenig aus. Obwohl es hier über Stock und Stein nach oben geht, sind Flipflops überhaupt kein Problem! Ein grandioser Ausblick – wir konnten sogar Meeresschildkröten beobachten – wieder ein magic moment. Ein traumhaft schöner Ort um zu verweilen.

Australien Fraser Island Indian Heads

Lake Wabby

… ist ein grünlicher Süßwassersee, der von großen Sanddünen umfasst wird. Zunächst muss man einen längeren walking track zurücklegen. Wir haben selbstverständlich auch diesen Track mit Flipflops zurückgelegt, allerdings mussten wir diese streckenweise ausziehen und barfuß durch den heißen Sand rennen. Sooo ein tolles Gefühl hinunterzurennen und eine herrliche Abkühlung zu genießen. Bergauf sah die Welt dann allerdings anders aus…

Australien Fraser Island Lake Wabby

Vielleicht erinnert ihr euch an meinen Reisebericht von Costa Rica, in welchem ich über die Riesenspinnen in der Dschungelhütte von Playa San Miguel schrieb. Es war wie ein Deja-vu-Erlebnis. Nichtsahnend machte ich mich auf dem Weg zur Toilette. Schon beim ersten Umsehen entdeckte ich sie. Ich schaffte es (ohne zu schreien) die Örtlichkeit zu verlassen. Zunächst musste ich durchatmen. Die Worte unseres Tour-Guides kamen mir in den Sinn “Drei der zehn giftigsten Spinnenarten leben auf Fraser Island…” Mit viel Optimismus entschloss ich mich dennoch zurückzugehen. Ich nahm all meinen Mut zusammen, riss die Türe erneut auf, schoss ein Foto und machte mich schnellstens aus dem Staub. Leider ging die Türe nicht weiter auf (weshalb sie nur zur Hälfte zu sehen ist), aber dennoch wollte ich sie euch unbedingt zeigen.

Australien Fraser Island Spinne

Dieses Foto wollte ich euch nicht vorenthalten, wenn ich schon keinen Dingo vorzeigen kann. Leider haben wir nämlich während unserer 3-tägigen Tour keine Wildhunde gesehen, obwohl hier angeblich mehr als 200 Dingos leben. Sie sind allerdings nachtaktiv. Aufgrund menschlichen Fehlverhaltens kommt es wohl immer wieder zu Dingoattacken. Wir waren ein wenig traurig, dass wir keine Dingos gesehen haben. Jedoch entdeckten wir zwei Dingos dann einige Zeit später im Outback: Abenteuer im roten Zentrum

Trotz der giftigen und gefährlichen Tiere ist Fraser Island ein absolutes Muss, wenn man die Ostküste Australiens bereist. Wir möchten diese wunderschönen Erinnerungen nicht missen.

Auch waren wir froh, dass wir eine geführte Tour gebucht hatten, da wir immer wieder liegen gebliebene bzw. im Sand festgesteckte Autos entdeckten. Teilweise war es selbst in unserem Allrad-Bus so ruckelig, dass es uns fast aus den Sitzen gehoben hätte. Vor größeren Sandlöchern warnte uns der Ranger mit “Hup Hup”, sodass wir uns auf einen unfreiwilligen Sprung vorbereiten konnten. Darüber hinaus war er super lustig und er informierte uns umfassend über die Insel. Eines muss man ihm lassen: mit Vollgas unfallfrei über die Insel! Respekt!

 

 

 

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