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Mekong Delta Tour – 3 days, 2 nights – Phnom Penh to HCM City

Mit dem Boot von Phnom Penh nach Ho Chi Minh

Die meisten Touristen reisen von Vietnam nach Kambodscha – umso besser – wir schwimmen gegen den Strom. Der dritte Grenzübergang, nämlich von Kambodscha nach Vietnam, war für uns der wohl schönste und angenehmste. Allerdings gilt hier zu beachten, dass es kein Visa on Arrival gibt!

Wer innerhalb von 15 Tagen Vietnam verlässt, kann visafrei einreisen (gilt für Deutsche und einige andere Staaten, ausgenommen sind Österreicher und Schweizer). Man sollte sich im Vorfeld über die aktuellen Einreisebestimmungen informieren. Ich hatte das klassische Touristenvisum im Vorfeld in Phnom Penh im Konsulat beantragt, sodass dieses beim Grenzübergang bereits vorlag. Die Bearbeitungszeit beträgt ungefähr eine Woche, deshalb geht die Einreise nicht ganz so spontan, wie z. B. in Laos oder Kambodscha. Dort ist die Einreise aufgrund von Visa on Arrival einfacher. Wobei ich sagen muss, dass es mit dem Antrag bei der vietnamesischen Botschaft in Phnom Penh auch problemlos vonstattenging. Hauptproblem ist nur, dass man den Reisepass aus den Händen geben muss. Nach vier Tagen zittern habe ich ihn wohlbehalten zurückbekommen, inkl. Visa.

Just arrived in Vietnam

Kaum waren wir über die Grenze, stiegen wir in ein kleines Holzboot, denn wir wollten das Mekong Delta entdecken. Das Gebiet aus unzähligen Kanälen und Flüssen in Vietnam stand schon lange auf unserer Bucket-List. Endlich ist es so weit. Entlang uriger Fischerhütten am Ufer, kleinen Tierchen, Fischerbooten und -netzen gibt es viel zu sehen. Das Leben spielt sich hier auf dem Wasser ab. Besonders beeindruckend sind die Floating Markets. Ein schwimmender Markt, auf dem die Bewohner im Mekong Delta ihre Früchte, ihr Gemüse und ihr Angebautes verkaufen und tauschen.

Ich bin sicherlich alles andere als gut darin, aber ich habe euch ein kleines Video (Link zu YouTube siehe ganz unten) geschnitten. Eine Zusammenschau über unsere 3-tätige Tour im Mekong Delta bis zur Ankunft und den ersten Eindrücken von Ho Chi Minh (oder auch Saigon) – was für eine abgefahrene Stadt. Nach drei Nächten in dieser City hat man dann aber auch genug. Diesen Trubel, der Geräuschpegel und die Motorbikes sind wir als Dorfkinder eben nicht gewohnt. Es ist laut, stickig, bunt, lebendig, multikulturell, hipp, modern, modisch, lecker, wild, jung und ein wenig (mit minimaler Untertreibung) chaotisch. Und das Ganze bei 34 Grad und 99 Luftfeuchtigkeit. Ihr werdet nachher im Video sehen, dass durchaus mal einige Minuten vergehen können, bis man den Zebrastreifen überqueren kann. Hinter den grauen Fassaden aus Beton, Baustellen, hupenden Mopeds und Autos verstecken sich aber verwinkelte kleine Gassen, die zu schönen Restaurants und Bars oder Shops führen. Besonders schön fanden wir den Ben Thanh Market. Es ist zwar ein typisch asiatischer Markt, aber dennoch empfanden wir die Gerüche und die Eindrücke toll. Darüber hinaus macht es super viel Spaß mit den Locals zu feilschen. Conny ist nun stolzer Besitzer einer Louis Vuitton Geldbörse und ich Besitzerin einer Armani Armbanduhr – wow Original Copy. Den Preis für beide Produkte haben wir auf lustige Art und Weise um etwa 60 % heruntergehandelt.

Im District 1 von Ho Chi Minh City gibt es den Bitexco Tower, von wo aus man die beste Sicht über die Stadt hat. Wer möchte, kann sich den Eintritt für die Aussichtsplattform auf der 68. Etage sparen und fährt stattdessen in die 50./51. Etage und genießt kostenlos den grandiosen Blick über die Stadt in der 360° Panoramabar. Ein Besuch des Bitexco Financial Towers ist zwar kein Highlight, aber kann man durchaus mitnehmen. Leider nur ein Handybild…

Wie so oft, beeindrucken uns Großstädte mehr bei Nacht als am Tag. In allen Farben erstrahlt Saigon, sobald es dunkel wird. Wenn das alltägliche Nachtleben beginnt, herrscht ein reges Treiben auf den Nächtmärkten, die Hochhäuser wechseln ihre Farben und beim Schlendern durch die Gassen entdeckt man auch das ein oder andere schöne Fotomotiv. Tagsüber ist die City Hall eher unspektakulär, aber bei Nacht macht sie doch was her.

Saigon besitzt viele Gesichter, die sich unterschiedlich in jedem der 19 Distrikte zeigen. Gerade der Mix zwischen dem alten und neuen Vietnam lässt sich wunderbar in den verschiedenen Stadtteilen erkunden.

Insbesondere das vietnamesische Streetfood steckt voller Highlights – eben das typische Essen in Vietnam. Überall findet man die kleinen familienbetriebenen Straßenküchen. Ganz einfach zu erkennen sind sie an den kleinen bunten Plastikhöckerchen und -tischen. Europäische Beine passen nur selten unter den Tisch. Wir probieren ja überaus gerne fremde Gerichte, aber es gibt Grenzen! Ich kann für mich behaupten, dass ich tagtäglich an meine Grenze stoße. Wenn ich die Speisekarte aufschlage und lese “turtle soup” oder “fried rats with onions” – Halleluja, nein danke! Beim Schlendern über die Märkte bleiben meine Blicke haften an Tieren, wie Schlangen, Kröten, Schildkröten, Ratten, Schnecken, Krabbeltiere, usw. – alle stehen zum Verkauf bereit. Ein Vietnamese hat mir auch bereits bestätigt, dass er Hund isst – aber nur gelegentlich – na wunderbar, das macht es nicht besser. Naja, aber so ist es nun mal: andere Länder, andere Sitten.

Was allerdings lecker ist, ist der vietnamesische Kaffee. Typischerweise wird er sehr süß getrunken. Bestellt man Ca Phe, erhält man meist ein kleines Glas mit einem sehr ausgiebigen Schuss Kondensmilch, auf das ein Metallfilter gesetzt wird. In dem Filter ist bereits heißes Wasser und Kaffeepulver. Wenn das Wasser langsam durch den Filter gelaufen ist, erwartet einen ein frischgebrühter Kaffee. Noch mit der Kondensmilch verrühren, zurücklehnen und genießen. Ca Phe Sua Da ist eine weitere beliebte Art den Kaffee in Vietnam zu trinken. Dabei wird der Kaffee in ein bis ca. zur Hälfte gefülltes Glas mit Kondensmilch und Eiswürfeln gegeben. Das ist die erfrischende Variante.

Na und natürlich sind die Früchte ein Traum! Da das Mekong Delta nicht weit entfernt ist, sitzt man an der Quelle. Unbedingt alles probieren. Egal, ob Drachenfrucht, Rambutan oder Durian – leeeeckeeeer!

Die unfrittierten Frühlingsrollen, nämlich Sommerrollen, sind auch zu empfehlen. In das frische Reispapier wird eine ordentliche Mischung frisches Gemüse, Kräuter und nach Belieben Schweine-, Hühnerfleisch oder auch Garnelen gewickelt. Das Papier ist leicht durchsichtig, so dass auch Skeptiker ein Auge auf die Füllung werfen können. Im Norden werden sie Nem Cuon genannt und im Süden werden sie als Goi Cuon verkauft.

Der perfekte Snack für zwischendurch – geht wirklich immer – ist: Banh Mi. Ein gefülltes Baguette (jaa und das in Asien) gefüllt mit Gemüse, Sojasprossen, Fleisch und Salat. Das Baguette hat sich mit der damaligen französischen Besetzung des Landes in die vietnamesische Küche geschlichen und die Vietnamesen haben die Kunst es zu belegen perfektioniert.

Und zum Schluss natürlich das Nationalgericht: Pho. Eine angenehm gewürzte Suppe mit Reisnudeln, Gemüse und reichlich Fleisch (Rind oder Schwein). Gegessen und verkauft wird sie zu jeder Tages- und Nachtzeit.

Zur Verdauung gibt es Schlangenschnaps (oder auch Schlangenwein genannt). Kann man mal probieren, aber mehr muss ich davon auch nicht haben. Da lobe ich mir meinen OHGS *smile (Insider). Gestern habe ich in einer “Apotheke” etwas sehr außergewöhnliches gesehen. Eine Schlange in der Flasche habe ich ja schon gesehen und auch probiert, aber in dieser Flasche befand sich ein Körper, der aussah wie ein Welpe o. ä. Ich fragte den Eigentümer, was das ist. Die Antwort lautete: “deer baby”. Ohne weiteren Kommentar!

Reisen bedeutet nicht nur MUST SEE, sondern auch MUST FEEL.

Viele Dinge möchte man mit eigenen Augen gesehen haben, manches möchte man riechen, fühlen, schmecken, erleben. Aber gelegentlich muss ich auch einfach die Augen schließen, durchatmen und weitergehen…

So, zum Abschluss des ersten Beitrages -live aus Vietnam- das angekündigte Video, um euch ein kleines Bild zu verschaffen. Bitte keine großen Erwartungen, ich habe weder ein gutes Programm, noch gute Kenntnisse in dieser Hinsicht. Es soll euch lediglich einige Impressionen vermitteln.

Viel Spaß!

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Das bittere Ende:

Saigon ist die Endstation der Reise für Conny. Und das Ende meiner Reise in Zweisamkeit. Über den tränenreichen und schmerzhaften Abschied möchte ich hier nicht schreiben. Kurzum, es war einer der schlimmsten Momente meines Lebens und Fakt ist:

Ab jetzt bin ich alleine. Wünscht mir Glück! Na dann mal los…

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4 comments

  1. Ich wünsche dir weiterhin eine Gute Reise. Pass auf dich auf. LG

    1. Danke schön für die lieben Worte – freue mich sehr darüber! 🙂

  2. Lisa viel Glück und alles gute auf der alleinigen Reise. Sehr schade dass Conny heim musste. Aber das Wiedersehen wird viel schöner das verspreche ich dir heute schon. 😊
    Wir vermissen dich und freuen uns auf weitere Beiträge. I Love you 😍😍😍

    1. Ich vermisse euch auch! Freue mich schon heute auf unser Wiedersehen, aber erst muss ich noch die Welt retten 🙂

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