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Jungle, River, Waterfall, Trekking, Homestay

Wow – diese tolle Landschaft in Laos – was gibt es schöneres als sich pausenlos in der Natur aufzuhalten? Von wem stammen die Spuren auf dem Beitragsbild? Richtig! Von Elefanten – oh ich liebe diese gigantischen Tiere.

Angekommen in Luang Prabang (separater Beitrag folgt) packte mich die Lust trekken zu gehen. Mehrere Anbieter hatte ich verglichen und ich kann jedem nur ans Herz legen: wer Interesse an einer Trekking-Tour oder sonstigen Outdoor-Aktivitäten hat (z. B. kayaking, biking, boat ride, waterfall tours, etc.) bucht es über Tiger Trail, denn das Beste an dieser company ist, dass sie 20 % des Preises an die armen Dörfer in Laos abgeben. Ich finde das ist eine geniale Sache und deshalb kam für mich nur dieser Anbieter in Frage. So buchte ich mir also eine Zwei-Tages-Trekking-Tour und es war sensationell, informativ und eindrucksvoll.

Frühmorgens ging es los: kurze Strecke mit dem Minivan (wir waren nur zu dritt plus unser Tour-Guide) bis zu einem kleinem Dorf namens Ban Xieng Lom, am Ufer des Nam Khan Flusses. Mit dem Boot überquerten wir den River und bei den Elefanten stiegen wir aus. Glücklicherweise wird hier kein Elefantenreiten angeboten (ansonsten eigentlich im gesamten Land). Es muss jeder für sich selbst entscheiden, ob er das unbedingt machen muss, aber ich persönlich bin strikt dagegen. Nachdem wir sie ein wenig beobachteten, ging unsere Trekking-Tour los. Insgesamt wanderten wir mehr als sechs Stunden durch tolle Landschaften mit Kalksteinfelsen, die in den Himmel ragen, Regenwälder mit üppigen Farnpflanzen und armen Dörfern. Es ist unvorstellbar, dass Menschen hier leben können. Als wir im ersten Dorf (Ban Lao Sung der Ethischen Hmong Gruppe mit ca. 20 Einwohnern) eine Rast einlegten, erklärte uns unser Tour-Guide, dass die Menschen hier nur 1- 2 x im Jahr nach Luang Prabang kommen. Sie verpflegen sich selbst, denn sie haben Hühner, Schweine, Enten und Ziegen sowie einen kleinen See mit Fischen. Das Wasser wird auch benützt, um Kleidung zu waschen, sich zu baden oder zu kochen. Medizin wird im Wald gesammelt. Gemüse und Obst wird selbst angepflanzt. Es gibt zwar eine Schule, aber nur 10 % der Schüler schaffen einen Abschluss. Es ist ein hartes Leben. Dies war eines der ärmsten Dörfer, das wir gesehen haben und es ging mir unter die Haut.

Durch den Tourismus kommt immer mehr Geld nach Laos. In den Städten sieht man bereits den unglaublichen Wachstum und die stetige Entwicklung. Überall wird gebaggert, geschraubt und gehämmert. Vermutlich wird man in 2 – 3 Jahren nicht mehr das ursprüngliche Laos erleben. Ich glaube, dass ich auch schon “zu spät” dran bin. Vermutlich war das Land vor einigen Jahren noch komplett anders. Selbst die armen Dörfer haben mittlerweile einen Weg gefunden, um Touristen anzulocken und somit Geld zu verdienen. Die Rede ist von Homestay. Es ist ein unglaubliches Erlebnis in einem Dorf mit den Locals und ohne Elektrizität zu nächtigen. Seht selbst (links mein Bett, in der Mitte Toilette und Dusche und rechts die Küche):

Nach mehr als sechs Stunden Trekking wünscht man sich nichts mehr als eine Dusche. Hier gibt es nur die Möglichkeit sich mehrere Schüsseln eiskaltes Wasser überzukippen, einzuseifen und mit kaltem Regenwasser wieder abspülen. Es ist super interessant zu leben wie die Locals. Es wurde lecker für uns gekocht und wir aßen gemeinsam, aber Gespräche waren leider nicht möglich. Die einfachsten Fragen, wie “how old are you?” wurden leider nicht verstanden. In Vietnam sprachen die Menschen teilweise wirklich gutes Englisch. Unvorstellbar, dass ein Land weiter kaum noch eine Kommunikation möglich ist. Lange hielten wir sowieso nicht durch, wir waren relativ platt vom wandern. Es dauerte nicht lange bis ich schlief. Aber irgendwann in der Nacht wachte ich auf. Es wimmelte nur so von Geräuschen. Irgendein Tier nagte an einem Balken nicht weit von mir entfernt. Gefühlte Ewigkeiten hörte ich das Geräusch. Ich habe mich nicht getraut meine Taschenlampe anzumachen, deshalb kann ich leider nicht berichten was es war. Bestimmt war es nur eine kleine Ratte. Ich schlief also friedlich weiter. So sehr bequem war das “Bett” allerdings nicht. Es fühlte sich als würde ich auf einem Brett liegen – naja eine Nacht übersteht man immer irgendwie.

Am nächsten Morgen wurden wir mit einem leckeren Frühstück geweckt und wir durften das Dorf erkunden. Die Frauen kümmern sich um die Kinder und Tiere, besorgen Medizin (Blätter, Wurzeln, etc.), während die Männer auf die Jagd gehen.

Diese Häuser, diese schmutzige Kleidung der Kinder – ein Leben, gerade für uns Europäer – unvorstellbar. Keines der Kinder weinte. Alle Dorfkinder winkten schon aus weiter Entfernung und im Chor riefen sie “sabaideeeee” = hallo. Ich sah einen kleinen Jungen, der schielte. Als ich den Tour-Guide darauf ansprach, meinte er, dass es unmöglich sei eine Operation zu bezahlen. Es ist traurig. Keiner hilft diesem armen kleinen Kerlchen. Ich frage mich, ob die Locals überhaupt wissen, dass man ihm helfen könnte? Vermutlich fehlt es ja auch an jeglicher Aufklärung. Ich habe beispielsweise auch den zwei kleinen Mädchen das Foto gezeigt, das ich von ihnen gemacht habe. Sie haben die Kamera mit großen Augen angeschaut. Bin mir nicht sicher, ob sie verstanden haben, dass sie das auf dem Bild sind? Vielleicht gibt es in den Häusern keinen Spiegel und sie wissen überhaupt nicht wie sie aussehen? Fragen über Fragen. Unser Tour-Guide konnte leider auch nicht alles beantworten. Ich werde definitiv im Norden noch einmal (oder zweimal) trekken gehen und eine ähnliche Tour machen, da für mich etliche Fragen ungeklärt sind. Es ist schwierig die Informationen zu bekommen, wenn man nicht oder nur schwierig mit den Menschen kommunizieren kann. Im Internet steht viel, aber ich möchte alles selbst live sehen, spüren, schmecken, riechen, erleben und entdecken. Meine Fragen klären sich hoffentlich im Laufe der Reise durch Laos. Oftmals bin ich so schockiert über das Leben hier. Diese zwei Tage werde ich erst einmal verarbeiten müssen. Vieles habe ich gesehen (einiges hätte ich auch lieber nicht sehen wollen) und manchmal ist es einfach nur brutal. Ich stand daneben als ein Schwein geschlachtet wurde. Mir ist klar, dass die Menschen Hunger haben und ich esse selbst auch Fleisch, aber dieser Akt vom Leben in den Tod… puuhhh… das ist definitiv einige Nummern zu hart für mich!

Irgendwann machten wir uns auf den Weg. Es standen wieder einige Stunden Trekking bevor. Ich liebe es! Mittendrin in der schönen Natur und voller Eindrücke zu marschieren. Somit hatte ich erstmal ausreichend Zeit, um alles erlebte zu verarbeiten. Die Beine schmerzten ein wenig, aber nach einigen Stunden wartete ein Boot auf uns, das uns zum Wasserfall “Tad Sae” brachte. Ein tolles Ende für unsere Trekking-Tour. Wie bereits erwähnt, werde ich das in Laos noch 1 bis 2 Mal machen. Erstens um der Natur sehr nahe zu sein und zweitens um meine offenen Fragen ausreichend zu beantworten.

Einige der Dörfer, die wir besichtigten, waren Hmong Dörfer. Dies ist ein indigenes Volk von Südostasien. Eines ihrer Sprichwörter lautet: “Eine Familie zu haben bedeutet glücklich zu sein. Keine zu haben, bedeutet verloren zu sein.“ Sozial- und Familienzusammenhalt sind das Wichtigste in der Kultur der Hmong. Das Dorf, in dem wir nächtigten, zählt allerdings zu den Khmu (ein Bergvolk in Nordlaos und angrenzende Gebiete im Süden Chinas). Auf den Wegen zwischen den einzelnen Dörfern trafen wir keinen einzigen anderen Touristen. Lediglich Locals, die auf der Jagd waren oder auf der Suche nach Medizin.

Auch wenn es auf den Fotos manchmal sehr grau aussieht, es ist angenehm warm. Die Sonne kommt leider nicht sehr häufig durch. Im tropischen Südostasien existieren ja keine Jahreszeiten. Hier wird zwischen Trockenzeit und Regenzeit unterschieden. Seit November herrscht hier Trockenzeit. Es kann zwar hin und wieder regnen, aber dennoch erreichen die Temperaturen bis zu 30° C. In der Nacht wird es manchmal ganz schön kühl, insbesondere habe ich das in meiner Bambushütte gemerkt. Irgendwann möchte ich nochmal zur Regenzeit hierher kommen, um die saftig grünen Reisterrassen zu bestaunen. Je nördlicher ich nun komme, desto kühler wird es werden. Sollte es nicht ausreichen, kaufe ich mir auf einem Nightmarket ein günstiges Jäckchen. Aber ich werde mir den Norden von Laos definitiv nicht entgehen lassen!

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