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Hängematte gesucht und gefunden – Relaxen auf den 4.000 Islands

Laos 4000 Islands Don Khone Hängematte

Wir waren auf der Suche nach Erholung und machten uns daher auf den Weg an den südlichsten Punkt des Landes, direkt an der Grenze zu Kambodscha: 4.000 Islands (Si Phan Don) – wir wollten endlich abhängen und in der Hängematte relaxen!

Am Ende des 4.350 km langen Mekongs zählt dieser Archipel als ganz besonderes Juwel. Anfangs war mir unklar, wie ein Land ohne Zugang zum Meer so viele Inseln haben kann. Die Antwort ist allerdings simpel und logisch, denn aufgrund dessen, dass der Mekong in dieser Gegend weit in die Breite geht – an der breitesten Stelle misst er 14 Kilometer – werden dabei etliche Inseln freigelegt. Ob es tatsächlich 4.000 sind? Ich bin mir nicht sicher, aber das ist auch nicht wichtig, denn wir haben für uns ein idyllisches Fleckchen mitten im Mekong gefunden.

Die drei Hauptinseln, die von Touristen angesteuert werden, sind Don Khong, Don Det und Don Khon. Die Insel Don Khong ist mit einer Länge von 18 Kilometern die größte von Laos und eine der größten im gesamten Mekong. Im Hauptort Muang Khong (hier gibt es nur eine Straße), geht es ruhig und authentisch zu. Diese Insel wird weniger von Backpackern bereist, da das Angebot eher für Erholungssuchende und Paare ausgelegt ist.

Wir haben unsere Hängematte auf Don Khon gefunden. Tagsüber beobachteten wir die Fischer und am Abend genossen wir den Sonnenuntergang am Mekong River. Darüber hinaus kann man auf dieser Insel wunderschöne Wasserfälle bestaunen. Für 10.000 K/Tag (entspricht etwa 1 €) kann man sich ein Fahrrad leihen und eine Tour vorbei an Wasserbüffeln und Reisfeldern genießen.

Wer auf der Suche nach Action ist, kann sowohl auf Don Det als auch auf Don Khon das Angebot von Kayaking oder Tubing nutzen.

Ehrlicherweise muss ich gestehen, dass die Inseln hier kein Paradies sind. Thailändische Inseln sind kein Maßstab. Warum blieben wir trotzdem vier Nächte hier hängen? Wir genossen es abseits der Touristenpfade zu sein. Viele Bungalows stehen leer und in den Restaurants ist kaum etwas los. Auch an den Wasserfällen ist man für sich alleine. Keine Wartezeit bis jeder sein Selfie-Fotoshooting beendet hat. Darüber hinaus stehen manche Bungalows direkt neben den Hütten der Einheimischen. Man lebt also Tür an Tür, wodurch man große Einblicke in das alltägliche Leben der Laoten bekommt. Tagsüber schlenderten wir an der Schule vorbei. Die Kinder winken und freuen sich. Beim Spaziergang entlang des Reisfeldes stürmten zwei kleine Jungs auf uns zu, die voller Begeisterung mit uns spielen wollten. Besonders begeistert sind sie von unserer Kamera. Was für uns ein “ganz normaler Gegenstand” ist, ist für die Kinder hier ein Blicke anziehendes, vielleicht auch unbekanntes Gerät. Wie erwähnt, sind die Islands kein Paradies mit Strand und Cocktailbars, aber wer gerne ein paar Tage in der Hängematte mit Blick auf den Mekong abhängen möchte und für gemütliche Spaziergänge oder kleinere Radtouren zu begeistern ist, ist hier am richtigen Ort.

Nützliche Tipps zu den 4.000 Islands:

  • Auf keiner der Inseln gibt es einen Geldautomaten, daher vorab ausreichend Geld abheben. Sollte es doch knapp werden, gäbe es die Möglichkeit, sich eine Überfahrt ins nächste Dorf “Ban Nakasang” zu organisieren, um Geld abzuheben.
  • Da es auch keine Krankenstation gibt, Reiseapotheke nicht vergessen!
  • Die Unterkünfte sind erstaunlich günstig. In der Nebensaison ergatterst du ein Bungalow für etwa 40.000 – 60.000 Kip (inkl. eigenem Bad).
  • Zur Anreise: Wenn du bereits in Laos bist, ist der Ausgangspunkt zu den 4000 Islands die Hauptstadt des Südens: Pakse, dann geht es mit dem Boot weiter. Es fahren verschiedene Busse von Pakse nach Nakasang. Wir entschieden uns – wie so oft – für die abenteuerlichste Variante. So saßen wir also 3,5 Stunden schwitzend mit Einheimischen und ungefähr 15 echten Ferkeln in einem Minibus, dessen Auspuff mehr Löcher hatte als ein Schweizer Käse. Mittags um 12:00 Uhr starteten wir, während die Locals schon mit der ersten Flasche Schnaps begannen (getarnt in der Wasserflasche mit Strohhalm). Die Stimmung wurde von Stunde zu Stunde amüsanter. Während allerdings der Lärmpegel, insbesondere wegen des Auspuffs, von Minute zu Minute unerträglicher wurde. Besonders froh war ich, als der Fahrer anhielt und die Ferkel an einen Bauern übergab, der bereits am Straßenrand auf uns wartete. Ich hoffe sehr, dass es den kleinen Tierchen dort gut geht, wo sie jetzt sind.

Wir sind nun absolut entspannt, voller Energie und Tatendrang. Morgen treten wir den Grenzübergang nach Kambodscha an und schwelgen vermutlich in Gedanken an die erholsamen Tage entlang des Mekongs, während wir schwitzend in einem Bus mit Einheimischen und XY sitzen…

PS: Berichte über Zentrallaos und den Norden folgen! Nach meinem Aufenthalt in Vietnam möchte ich hierher zurückkommen, da ich noch mehr von diesem schönen Land sehen möchte.

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