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Die Ostküste Australiens: Von Cairns bis Sydney

Australien Sydney Opera House and Harbour Bridge

Der am dichtesten besiedelte bzw. meistbesuchte Teil Australiens ist wohl die Ostküste. Kein Wunder, denn hier bietet sich ein exotischer Mix aus Allem und das bei meist sommerlichen Temperaturen.

Unsere Route startete nördlich im subtropischen Cairns. Da es uns zu teuer war einen Camper zu mieten (schade), tuckerten wir mit einem Mietauto weit über 3.000 Kilometer. Die Stadt Cairns ist das “Tor” zum tropischen Norden von Queensland, direkt an der wunderschönen Korallensee. Da die Entfernung zum Great Barrier Reef recht gering ist, wird sie oftmals auch als Tauchhauptstadt bezeichnet. Es konnte gar nicht schnell genug gehen. Volle Fahrt voraus steuerten wir Port Douglas an, denn wir wollten im wahrsten Sinne des Wortes eines: abtauchen! Du möchtest wissen, wie es sich anfühlt, das erste Mal zu Tauchen? Klicke hier.

Port Douglas liegt eine knappe Autostunde von Cairns entfernt an einer der schönsten Panoramaküstenstraßen in ganz Australien. Auch wenn du nicht den Drang zum Tauchen hast, fahre zumindest diese wunderschöne Straße entlang. Insbesondere der Palm Cove Beach ist einen Abstecher wert.

Von Cairns aus steuerten wir zunächst Yungaburra an, eine Stadt in der Mitte der Atherton Tableland in Queensland. Wer hier nächtigen möchte, sollte unbedingt die Wallaby Lodge bevorzugen. Ein sehr schönes familiäres Hostel am Rande des Regenwaldes und somit bester Ausgangspunkt in den Regenwald und zu den Wasserfällen. Der Millaa Millaa Wasserfall ist mit 12 Metern Höhe zwar nicht der höchste, aber es ist ein traumhafter Badeplatz – umgeben von tropischem Regenwald und riesigen Baumfarnen. Er liegt am Waterfall Circuit, da es noch eine Reihe anderer Wasserfälle in der Umgebung gibt (z. B. Zillie Falls, Ellinjaa Falls). Der Wasserfall-Rundweg ist super empfehlenswert!

Australien Ostküste Waterfall Circuit

In der Gegend gibt es noch einige andere Örtchen zu erkunden. Wie wäre es beispielsweise mit einem Wanderweg um den Lake Barrine? Oder möchtest du einen der faszinierendsten Bäume Australiens sehen? Den gigantischen Curtain Fig Tree findest du ganz in der Nähe von Yungaburra.

Australien Ostküste Curtain Fig Tree

Aber der allerbeste Ratschlag kommt jetzt: Das mit Abstand genialste Café, in dem wir jemals waren, befindet sich auch in Yungaburra. Die Rede ist von Mad Hatterz – ein schnuckliges Café mit großartigem (und absolut witzigem) Personal und mega leckerem Gebäck. Sowas haben wir noch nicht erlebt… Lass es dir nicht entgehen!

Weiter ging unser Roadtrip nach Mission Beach. Es besteht aus mehreren Strandsiedlungen (South Mission Beach, Wongaling Beach, Mission Beach, Bingil Bay und Garners Beach). Hier grenzen das Great Barrier Reef und der Regenwald aneinander. Wie überall im Norden Queenslands kann man zwischen November und Mai aufgrund der tödlichen Würfelquallen nur in abgeschirmten Bereichen baden. Das Highlight von Mission Beach ist allerdings der 14 Kilometer lange Palmenstrand. Hier kann man einfach mal die Stop-Taste drücken und den Moment genießen!

Australien Ostküste Mission Beach

Next stop: Airlie Beach

Das lebhafte Küstendörfchen ist der beste Ausgangspunkt zu den traumhaften Whitsunday Islands und dem schneeweißen Whitehaven Beach. Ich werte den Segeltörn mit als größtes Highlight unserer Australien-Reise.

Nach diesen wunderschönen Tagen, gefüllt mit Meer, Sonne und schneeweißem Whitehaven Beach, gönnten wir uns noch eine Nacht im traumhaften Rainforest Retreat, bevor es am nächsten Morgen weiterging nach Proserpine. Wir flogen von hieraus nach Brisbane.

Zunächst fuhren wir entlang der Sunshine Coast, da die Fähre auf Fraser Island bereits auf uns wartete.

Weiter ging der Roadtrip über die Hervey Bay nach Noosa Heads. Leider war dieser Ort völlig überlaufen. Es ist ein perfektes Urlaubsdomizil für Familien und Wassersportler sowie für Reiche und Schöne. Noosa ist in Australien schon ein stehender Begriff für “lässig, cool”. So schön die Strände, der Nationalpark und die Kneipenszene auch sind, uns war es zu touristisch. Leider waren auch sämtliche preiswerte Unterkünfte ausgebucht. Wir fanden also nicht einmal eine Unterkunft. Da wir an diesem Tag schon etliche Meilen zurücklegten, wollten wir auch nicht weiterfahren. Somit blieb uns nur noch unser Auto als Schlafplatz. Naja, es gehört zu einem guten Roadtrip dazu, auch mal im Auto zu nächtigen *smile

Australien Ostküste Roadtrip

Nach einigen Stunden Schlaf gingen wir morgens um 5 Uhr an den Strand. Jetzt waren auch noch keine der vielen Touristen unterwegs. Somit waren wir ganz alleine und konnten Noosa doch noch etwas genießen. Sobald die ersten Touris mit Schirmen und Luftmatratzen anrückten, machten wir uns aus dem Staub – glücklicherweise konnten wir bis dahin noch drei Stunden Schlaf nachholen.

Entlang der Sunshine Coast ging es weiter bis wir schließlich in Brisbane (im australischen Englisch Brissie) ankamen. Für Brisbanes Autobahnen muss man bezahlen. Die Abrechnung erfolgt automatisch über die Mietwagenfirma. In dieser pulsierenden Stadt lohnen sich einige Tage Aufenthalt.

Australien Ostküste Brisbane bei Nacht

Wunderschön ist die Gegend rund um Byron Bay. Gehe unbedingt über den Strand vom Zentrum von Byron Bay in Richtung Leuchtturm. Dieser Walk nimmt etwa 20 Minuten in Anspruch. Schon auf weite Entfernung ragt der 22 Meter hohe Leuchtturm in die Höhe. Genieße die weiten Aussichten auf das Meer bei herrlichem Sonnenuntergang.

Ausflug ins Hunter Valley

Das Hunter Valley bietet einen interessanten Kontrast zu den wunderschönen Stränden und den Regenwäldern. Es zählt zu den ältesten Weinbaugebieten Australiens. Eine Flasche Wein kostet etwa $ 18. Kostenlose Weinproben werden angeboten, allerdings nur wenn man bereit ist, die ein oder andere Flasche zu kaufen.

Absoluter Geheimtipp: Wer um die Weihnachtszeit in der Gegend ist und ein wenig auf Kitsch steht, sollte unbedingt einen Abstecher in die Hunter Valley Gardens unternehmen. Der 24 Hektar große botanische Garten verwandelt sich in eine traumhaft schöne Weihnachtslandschaft mit Lichtershow – absolut unglaublich!

Australien Ostküste Hunter Valley Gardens Christmas Lights The World Australien Ostküste Hunter Valley Gardens Christmas LightsThe Candyland (1)

Nun ist es nicht mehr weit bis nach Sydney, aber wir legten noch einen Zwischenstopp ein. Wir wollten uns schließlich die einzigartige Berglandschaft, umgeben von olivgrünem Eukalyptuswald, nicht entgehen lassen. Die Rede ist von den Blue Mountains. Der bekannteste Aussichtspunkt ist der Echo Point mit der auffälligen Felsformation der Three Sisters. Wer den Schwestern noch ein wenig näher kommen möchte, geht den bequemen Three Sisters Walk in etwa 30 Minuten.

Australien Ostküste Blue Mountains Echo Point Three Sisters

Für Wanderer sind die Blue Mountains ein wahres Paradies. Es lohnt sich auch bis zum späten Abend zu bleiben. Hier haben wir einen der spektakulärsten Sonnenuntergänge überhaupt erlebt. Ich weiß, das hatte ich bereits im Beitrag des Segeltörns um die Whitsundays geschrieben, aber ich muss ehrlich gestehen, dass das Farbenspiel hier, in den Blue Mountains, noch getoppt wurde! Niemals zuvor habe ich einen so knallpinken Himmel gesehen – gigantisch!

Australien Ostküste Blue Mountains Sonnenuntergang

Noch 60 Kilometer trennten uns von Sydney. Endlich angekommen in der ältesten und schönsten Stadt Australiens. Wir erlebten hier das unglaublichste Silvester-Feuerwerk unseres Lebens. Jährlich kommen mehr als 1,6 Mio. Menschen hierher um das Feuerwerk zu bestaunen. Da viele Hotels schon Monate vorher ausgebucht sind, ist es ratsam, sich frühzeitig ein Zimmer zu sichern.

Aber nicht nur das beeindruckende Feuerwerk hat Syndey für uns so besonders gemacht. Wir starteten mit unserer Stadterkundung am Circular Quay, um von Anfang an die Stadt von ihren schönsten Seiten zu sehen. Vom Ufer bieten sich schöne Ausblicke auf die Sydney Harbour Bridge sowie das Opera House.

Unbedingt sollte man auch dem ältesten Stadtviertel der Stadt einen Besuch abstatten: The Rocks. Ein schönes Viertel mit schmalen Gassen, vielen Pubs und Restaurants sowie roten Backsteinhäusern und steilen Treppen.

Australien Ostküste Sdyney The Rocks

Bondi Beach – der bekannteste Surfspot Australiens. Eigentlich hatten wir uns für diesen Ort fest vorgenommen, auch mal unser Glück auf dem Surfbrett zu versuchen. Nach all den Tagen von Sightseeing, Action, Wanderungen, etc. konnten wir uns leider nicht aufraffen. Wir schauten also den Surfern zu und bohrten dabei unsere Füße in den Sand. Das Surfbrett schwimmt ja nicht davon. Irgendwann werden wir auch das probieren! Und wenn es nicht in Australien ist, vielleicht dann eben auf Hawaii?

Fünf Tage sind definitiv zu kurz, um das wunderschöne Sydney ausreichend zu erkunden. Nichtsdestotrotz können wir behaupten, dass nach alledem was wir hier erlebten, Sydney für uns die schönste Stadt überhaupt ist! Die Großstadt im Grünen bietet unendlich viele Möglichkeiten.

Fazit australische Ostküste:

Man erlebt hier wirklich Momente der besonderen Art.

Fraser Island, Whitsundays, das erste Mal Tauchen in Port Douglas, die Blue Mountains, Silvester in Sydney, usw. bleiben für immer im Herzen verankert. Besonders schön waren auch die Tablelands.

Leider muss ich aber auch erwähnen, dass wir gewisse Abschnitte der Strecke überaus touristisch fanden. Gerade an Orten wie Noosa Heads, an denen es dermaßen überlaufen war und die Preise von Unterkünften bzw. Restaurants ins völlig Unermessliche steigen, können wir leider nicht tolerieren. Wir Deutschen zählen ja auch als reisefreudigste Nation der Welt. An der australischen Ostküste macht sich das stark bemerkbar. Versteht mich nicht falsch, ich sehe das nicht als großen Minuspunkt, allerdings reisen wir besonders gerne, um Menschen aus aller Welt kennen zu lernen bzw. auch in fremde Kulturen einzutauchen. Dies war an den Touri-Hotspots schwierig bis unmöglich. Anders aber im Roten Zentrum.

Auch sollte nicht unerwähnt bleiben, dass das Land wahnsinnig teuer ist. Angefangen vom Flug (die günstigsten Tickets starten bei 850 €, allerdings müssen hier noch längere Zwischenstopps in Kauf genommen werden. Wer tiefer in die Tasche greift, hat bessere Flugzeiten). Mit ein wenig Glück ergattert man vielleicht aber auch mal ein günstigeres Flugticket. Die Preise für Unterkünfte und Lebensmittel sind grundsätzlich höher. Gerade Milchprodukte sind etwa doppelt so teuer wie in Deutschland. Wie ihr wisst, essen wir sehr gerne und durchaus auch viel, weshalb wir uns oftmals im Zwiespalt befanden. Auf der einen Seite möchte man nicht so viel Geld ausgeben und versuchen low-budget zu leben, auf der anderen Seite ist es ja Urlaub und man möchte sich auch etwas gönnen. Allerdings überlegten wir schon zweimal für eine Kugel Eis tatsächlich 5 € zu bezahlen. Grundsätzlich versorgten wir uns selbst. Essen gehen im Restaurant geschweige denn Partys reißen ein großes Loch in die Reisekasse. Ein Frühstück gute 10 € und einfache Nudelgerichte starten ab 12 €. Selbst ein einfaches Rice & Curry findet man an manchen Orten kaum unter 13 € (da lobe ich mir wieder mein geliebtes Asien!)

Im Thema Unterkünfte sollte abgewogen werden, inwieweit einem die Ausgaben möglich bzw. es auch wert sind. Am günstigsten sind natürlich Mehrbettzimmer. Ein Doppelzimmer im Hostel oder Hotel bzw. auch AirBnB beginnt in der Hochsaison bei etwa 50 € (nach oben keine Grenze).

Wir hätten die Ostküste lieber mit dem Wohnmobil als mit einem Mietauto erkundet. Leider mussten wir auch hier aufgrund der krassen Summe Abstriche machen. Ein Mietwagen kostet etwa 35 bis 45 € pro Tag, während ein Campervan zur Hochsaison an die 70 €/Tag kostet. Egal wofür du dich entscheidest, unterschätze nicht die enormen Distanzen. Wir fuhren circa 3.000 Kilometer, was natürlich auch die Benzinkosten immens in die Höhe treibt.

Ja, Australien ist teuer! Schon mit Unterkünften, Lebensmittel und Transport ist das Budget um einiges geschrumpft. Hinzu kommen dann natürlich noch die einzelnen Abenteuer, wie Tauchen oder etwaige Ausflüge, etc. ABER nichtsdestotrotz möchten wir viele Ereignisse, die wir erlebten nicht missen und deshalb sagen wir: es lohnt sich tiefer in die Tasche zu greifen.

Australien ist für viele das Sehnsuchtsziel Nummer 1. Fragt man Leute, welche Traumreise sie am liebsten unternehmen würden, kommt oft und spontan zur Antwort “Australien”. Ich muss sagen: zu Recht und ich würde auch jederzeit wieder nach Australien fliegen – allerdings bevorzuge ich dann die Westküste, da diese wohl (noch) untouristischer sein soll.

 

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