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Über den Wolkenpass von Hoi An nach Hue

Mit dem Tauchschein im Gepäck ging es mit dem Nachtbus von Nha Trang nach Hoi An. Wunderbar, dass ich vom Tauchen sehr müde war, denn ich habe von der Busfahrt so gut wie nichts mitbekommen. Hätte der Bus nicht zweimal gestoppt, hätte ich die 12-stündige Fahrt vermutlich komplett durchgeschlafen.

Hoi An ist … SWEET! Ganz besonders am Abend, wenn sich das kleine Städtchen in ein buntes Lichtermeer verwandelt. Die bunten Lampions ziehen sich durch die Altstadt und sorgen für eine tolle Atmosphäre. Ob am Hafen, auf dem Nachtmarkt oder entlang der alten Häuser – soweit das Auge reicht sehe ich nur wunderschöne Fotomotive.

Aber auch am Tag hat die Stadt ihre Reize. Bei Tageslicht kommt die so typische, sehr spezielle Architektur der Häuser noch besser zur Geltung. Mitten durch die Stadt fließt der Thu Bon Fluss. Am besten leiht man sich ein Rad und erkundet die kleinen Gassen. Insbesondere bei Dunkelheit macht es super viel Spaß unter den Lampions hindurchzufahren.

Wer etwas mehr Zeit mitbringt, sollte auch das Umland erkunden. Beispielsweise ist der Coconut Wald in Cam Thanh definitiv eine Radtour wert. Vorbei an kleinen Dörfern, Reisfeldern, Wasserbüffeln und Unmengen von Palmen. Eine super schöne Kulisse. Unbedingt im Innenhof abseits der Straße im May Bay Coffee anhalten. Eine super nette Familie bietet Köstlichkeiten der besonderen Art frisch zu. Es schmeckt nicht nur fantastisch, sondern man sitzt auch in einem schönen Garten. Die Besitzer setzen sich auch mit an den Tisch und erzählen und fragen – wirklich absolut empfehlenswert!

Sorry, aber wenn wir schon beim Thema Essen sind. In der Altstadt von Hoi An reiht sich ein Restaurant an das nächste. Allerdings ist auch das Streetfood unfassbar gut. Die mobilen Garküchen stehen an jeder Ecke und eines der meist gebotensten Gerichte ist wohl der Banana Pancake.

Darüber hinaus gibt es in Hoi An noch weitere lokale Spezialitäten:

  • Cao Lau: Braune Nudeln mit Scheiben aus Schweinefleisch, einer dunklen aromatischen Soße, Mungbohnensprossen, vielen Kräutern und knusprigen Teig-Croutons. Scheint wohl eine Nudelspezialität zu sein, die es ausschließlich in Hoi An gibt. Nur drei Familien stellen diese Nudeln nach einem speziellen Verfahren her.
  • White Roses (oder auch Banh Bao): Kleine mit Hackfleisch oder Garnelen gefüllte Ravioli in Form einer Rose.
  • Com Ga: Hähnchen mit Reis, wobei der Reis mit Kurkuma gelb gefärbt und mit Ingwer gewürzt wird.

Für alle Gerichte empfehle ich euch das Banh Mi Phuong (direkt in der Altstadt und super günstig). Erstmalig habe ich hier auch das Banh Xeo getestet. Diese knusprigen Pfannkuchen werden aus Reismehl hergestellt und zusammen mit Krabben, Zwiebeln, Bohnensprossen und Schweinefleisch in der Pfanne gebraten und dann zusammengeklappt. Man isst sie unbedingt mit einer angemachten Fischsoße und vielen Kräutern und frischem Salat.

Genug geschlemmt! Abgesehen von gutem Essen hat Hoi An schließlich noch mehr zu bieten. Für alle Shoppingbegeisterten: ihr werdet hier fündig werden! Die Stadt bietet unzählige „Taylor Shops“ – sie zählt wohl nicht umsonst als die Schneiderstadt. Von Anzügen und Hemden für Herren bis hin zum Abendkleid oder Trenchcoat für die Damen kann man sich hier alles passgenau anfertigen lassen. Man muss nur ein bisschen Zeit für eventuelles Nachbessern einrechnen. Ich habe es ja lange geschafft an den Läden vorbeizulaufen, aber irgendwann habe ich mich doch mal umgesehen. Es lässt sich nicht verleugnen, dass die Stoffe unwiderstehlich sind. Während man sich umsieht und die Stoffe fühlt, stehen schon die Vietnamesinnen mit dem Maßband bereit – naja, was soll ich sagen? Ich habe mir ein Kleid schneidern lassen. Am nächsten Tag war es fertig. Eine kleine Korrektur musste noch vorgenommen werden, nach 2h war es abholbereit. Eine schöne Erinnerung an meine wunderschöne Zeit in Vietnam, die ja glücklicherweise nach wie vor anhält.

Als wäre das nicht schon genug, punktet Hoi An noch mit zwei Stränden. Von der Stadtmitte aus erreichst du den ersten der beiden – den Cua Dai Beach – nach etwa vier Kilometern. Easypeasy mit dem Fahrrad zu erreichen. Der zweite Strand – der An Bang Beach – ist noch 2 Kilometer weiter nördlich gelegen.

Hoi An ist definitiv ein Städtchen zum Verlieben. Hätte ich mein Herz nicht schon an Vietnam verloren, wäre es spätestens in dieser Stadt geschehen. Mir gefiel die besondere Mischung aus Strand, dem charmanten Ort zum Bummeln, das super leckere Essen und die Radtouren in typisch schöner vietnamesischer Landschaft.

Über den Wolkenpass (Hải Vân Pass) nach Hue

Mit dem Motorbike ging es weiter. Der Wolkenpass liegt zwischen Da Nang und Hue (oder andersherum). Nach einem 2-stündigen Stopp am Marble Mountain in Da Nang (vietnamesisch: Ngũ Hành Sơn ; lit. “Fünf Elemente Berge”) konnte es losgehen. Die fünf Berge sind nach den fünf Elementen benannt: Kim (Metall), Thuy (Wasser), Moc (Holz), Hoa (Feuer) und Tho (Erde). Alle Berge haben Höhleneingänge und zahlreiche Tunnel, und es ist möglich, auf den Gipfel des Berges zu klettern.

Der Wolkenpass bildet die Grenze zwischen dem Norden und dem Süden Vietnams. Ich kann euch nur einen Tipp geben: zieht euch warm an und haltet den Lenker des Motorrads gut fest. Unfassbar wie sehr der Wind bei der Überfahrt peitschte. Der 21 Kilometer lange Wolkenpass führt über die Ausläufer des Truong-Son-Gebirges, das hier bis ins Meer reicht. Serpentinen über Serpentinen… Er bildet neben der ehemaligen geografischen Grenze auch eine klimatische Grenze (Wetterscheide) zwischen dem Norden und dem Süden. Alternativ kann die Strecke mit dem Bus, Zug, Fahrrad oder privatem Auto zurückgelegt werden. Allerdings fährt der Bus durch den Tunnel unter den Bergen hindurch, somit fehlt der Panoramablick. Ich möchte ihn nicht missen, denn dieser gigantische Ausblick über die Berge und das Südchinesische Meer ist einfach nur ein Moment mit WOW-Effekt! Ich bin es von Vietnam nicht anders gewohnt: traumhaft schöne Landschaft! Ein Stopp auf der Hälfte der Strecke:

Ganz oben hat man gute Chancen im Nebel (also in den Wolken) zu landen. Der Pass an sich ist “nur” 21 Kilometer. Während des gesamten Tages legten wir allerdings eine Strecke von 155 Kilometer zurück. Ach so “wir”: ich war mit einem Easy Rider unterwegs. Habe es mir nicht zugetraut die Strecke alleine mit dem Motorbike zu fahren. Mit meinem Conny wäre es absolut kein Problem gewesen, denn für ihn wäre der Pass ein Klacks gewesen. Mir fehlt allerdings die Fahrerfahrung (sowohl Auto als auch Motorbike *smile). Ich wollte nicht, dass ich im Krankenhaus lande, daher habe ich mich für einen Fahrer entschieden. Kann dies auch absolut empfehlen, auch wenn man vielleicht ein erfahrener Driver ist. Da aber immer wieder LKWs überholt werden müssen bzw. Schlaglöchern ausgewichen werden muss kann man kaum die Aussicht genießen.

KLICKE HIER für einen kurzen Videoausschnitt. 

Die Easy Rider sind eigentlich Gang und Gebe in Vietnam. Ich habe schon Leute kennengelernt, die sich durch das ganze Land kutschieren lassen. Hat natürlich den Vorteil, dass man sehr viel erfährt und unzählige Stopps an untouristischen Plätzen eingelegt werden. Kostet dann aber auch dementsprechend. Während unser Tour legten wir noch einen Stopp am Lang Co Beach (das Wetter lädt leider nicht zum Baden ein) und an den Elephant Springs ein.

Nach einer wunderschönen Passüberfahrt kamen wir schließlich in Hue an. Mit einem gemütlichen Spaziergang ließ ich den Tag ausklingen.

Ab jetzt reise ich weiter mit dem Bus – das gefällt mir schließlich auch! Unfassbar, aber ich werde in diesem Land einfach nicht fertig. Die Küstenlinie hat eine Länge von über 3.400 Kilometer. Ich frage mich ernsthaft, wie man mit einem 30 Tage Visum klar kommen soll? Der “normale Jahresurlaub” wäre längst vorbei und ich bin noch nicht ansatzweise befriedigt. Gut, dass ich Zeit habe weiterzureisen. Ich mag Vietnam – oh nein – ich liebe es! Obwohl die Temperaturen im Norden weitaus kühler sind und auch schon der ein oder andere Regenschauer dabei war, ist alles halb so schlimm. Ich mag die Leute, das Essen und allen voran die unglaubliche Natur!

Am meisten liebe ich die Momente, in denen man für einige Zeit alles vergisst und einfach nur glücklich ist. 

Reisen ist die Sehnsucht nach dem Leben – von Kurt Tucholsky

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