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Der perfekte Roadtrip durch den Sunshine State

Du hast Lust auf Karibikfeeling mit viel Sonne, schneeweiße Strände, bunte Strandhäuser und von Palmen gesäumte Boulevards?

Der Sunshine State, ein Sehnsuchtsziel schlechthin. Was gibt es zu entdecken? Was muss man gesehen haben? Ich zeige dir hier die perfekte Route, um die vielfältigen Facetten Floridas zu erleben.

Startpunkt: Miami

Wer direkt am kilometerlangen Strand wohnen möchte, sollte natürlich Miami Beach bevorzugen. Die Preise sind hier allerdings dementsprechend hoch. Die traumhaften Strände spiegeln das Bild wider, das man von Florida kennt. Mit etwas Glück siehst du vielleicht sogar Delfine schwimmen, die sich in den Gewässern rund um Miami und auch um die Florida Keys tummeln.

Die interessanteste Straße der Stadt ist wohl der Ocean Drive. Während du am Abend hier entlang schlenderst, vorbei an schicken Restaurants und Bars sowie Art Déco Fassaden, wirst du auch die bekannten amerikanischen Oldtimer cruisen sehen. Aus jeder der Bars an der Promenade erklingen kubanische Rhythmen, manchmal aber auch Jazz oder Dancemusic. Gerade an Wochenenden sind die Bars hier gut besucht.

Meiner Meinung nach hat Miami Downtown nicht wirklich viel zu bieten, abgesehen von Hochhäusern, etlichen Cafés, Bars und Restaurants. In 2 – 3 h hast du das Nötigste gesehen.

Miami – Fort Lauderdale

Mit mehr als 260 Kilometern zumeist von Palmen gesäumten Kanälen rühmt sich Fort Lauderdale auch als das „amerikanische Venedig”. Einen Streifzug durch die City südlich des Las Olas Boulevard sollte man sich nicht entgehen lassen. Das Bild wird geprägt von Galerien, Antiquitätengeschäften, schicken Boutiquen sowie altmodischen Straßenlaternen. Zwischen den imposanten Hochhäusern verläuft der Tarpon River und an den beiden Uferseiten ein wunderschöner Uferweg. Ganz besonders beeindruckend hier sind die Villen und Yachten. Besonders schön ist der südliche Strandabschnitt. Der Strand wird hier weiter und man trifft deutlich weniger Menschen an. Je weniger Touristen, desto höher der Erholungsfaktor.

Wer mit wenig bis keinem Gepäck in Miami ankam, hat jetzt die Möglichkeit zu shoppen. Die am nordwestlichen Rand von Fort Lauderdale gelegene riesige Outlet Shopping Mall lockt mit 300 Boutiquen und Spezialgeschäften.

Butterfly World: Sehr sehenswert ist der über 40.000 Quadratmeter große botanischen Garten. Die ‘Welt der Schmetterlinge’ liegt westlich von Pompano Beach. In der Gartenanlage mit Rosen und Orchideen wird versucht, verschiedene vom Aussterben bedrohte Arten zu erhalten. Mit etwas Geduld erlebt man die seltensten und schönsten Schmetterlinge. Eine tolle Erfahrung, mitten in diesen farbenfrohen Insekten. Unzählige Schmetterlinge flattern um einen herum, manch einer davon setzt sich sogar auf die Schulter oder auf den Kopf. Auch Kolibris schwirren umher.

Fort Lauderdale – Palm Beach

Hier legten wir nur einen kurzen Zwischenstopp ein. Wir schlenderten einmal durch die verdammt teure Einkaufsstraße Worth Avenue und begutachteten das Nobelhotel ‘The Breakers’ – nichts für unseren Geldbeutel – adiós!

Nach Palm Beach wird es an der Atlantikküste etwas ruhiger. Via Jupiter, Fort Pierce und Vero Beach erreicht man dann die sog. Space Coast. Nun ist es nicht mehr weit zum Kennedy Space Center. Ich muss ehrlich gestehen, dass mich Raumfahrt eher wenig interessiert, aber ich war schwer begeistert von den Raketen-Abschussrampen und den Ausstellungen.

John F Kennedy Space Center

Ab Cape Canaveral setzen wir unsere Fahrt auf der A1A die Küste entlang nach West Palm Beach fort.

Next stop: Daytona Beach

Der 35 Kilometer lange Strand von Daytona Beach ist betonhart und kann auf extra ausgewiesenen Abschnitten auch von Autos befahren werden – kann man machen, muss man aber nicht! Diese Tradition begann wohl schon in den 1920-Jahren. Jährlich im März findet hier das berüchtigte Studententreffen “Spring Break” statt. Wir waren glücklicherweise im September unterwegs, sodass uns das erspart blieb.

Daytona Beach

Folgt man ab Daytona Beach dem Highway A1A an der Küste entlang Norden, lohnt sich ein Stopp am Flagler Beach. Diese Gegend ist noch von Bebauung verschont.

Und noch ein wenig nördlicher kommt die wunderschöne Stadt Sankt Augustine.

Die älteste Stadt der USA lockt mit vielen historisch interessanten Sehenswürdigkeiten. Kein Wunder, es gibt schöne alte Gebäude aus der Kolonialzeit mit einer alten Festung (Castillo de San Marcos). Die engen Gassen und die spanischen Häuser mit romantischen Balkonen sind umwerfend. Man könnte sich genauso in Spanien oder Mexiko befinden. Die wunderschöne Altstadt ist zum Verlieben schön. Die Casa Gonzàles ist wohl das älteste Haus der USA und leicht an den vier draußen hängenden Flaggen zu erkennen. Ich genoss besonders die abendliche Stimmung. Während man durch die alten Gassen flaniert, sitzen Gitarrenspieler auf Veranden und sorgen für gute Stimmung und Unterhaltung.

Sankt Augustine – Orlando

Falls du meinen Bericht über Paris gelesen hast, weißt du sicherlich, dass ich den Aufenthalt im Disneyland zwar kitschig aber toll fand. Deshalb zog es mich natürlich auch ins Walt Disney World. Zwei Themenparks schafften wir an einem Tag (Epcot und Magic Kingdom). Das genügte aber dann auch wieder – genug von Trubel und Kitsch. Außerdem sind die endlosen Schlangen vor den Attraktionen brutal nervig. Weiß nicht, ob ich mir das ein zweites Mal antun würde. Über den Eintrittspreis bzw. das Parkticket vor dem Park lässt sich streiten. Florida ist in jeder Hinsicht sündhaft teuer! Da lobe ich mir mein geliebtes, chaotisches Asien!

Disney-Spaßbad Blizzard Beach – mega cool, aber absolut überlaufen. Hier erwarten dich atemberaubende Wasserrutschen. Entweder rutscht du in rasender Geschwindigkeit aus 40 Meter Höhe hinab und platscht schließlich mit knapp 90 km/h in ein Auffangbecken oder du lässt dich tiefenentspannt einmal im Reifen um den Park treiben. Was auch immer du machst – sei dir bewusst, dass du bereits vor Einlassbeginn anstehen solltest. Sobald sich die Tore öffnen, stürmen alle los, um sich die besten Liegestuhle zu ergattern (OH MEIN GOTT – wie ich solche Touriattraktionen hasse). Der Park ist dennoch super und garantiert Wasserspaß der Extraklasse.

Orlando Blizzard Beach

Von Orlando über Tampa weiter nach Clearwater Beach und Fort Myers

In Tampa haben wir nur einen kurzen Stopp eingelegt. Einmal durch die Franklin Street Mall geschlendert. Ein schöner Anblick der in der Sonne glitzernden Bürotürme – ansonsten eher unscheinbar. Den restlichen Tag verbrachten wir am Clearwater Beach. Am nächsten Tag ging es weiter Richtung Fort Myers. Hier sollte man sich keinesfalls das leckere Seafood entgehen lassen. Nirgendwo schmecken Schrimps, Fische und Muscheln besser als hier!

Next stop: Sanibel Island – Paradise!!!

Hast du jemals von Sanibel Island gehört? Wenn nicht, setze es auf deine Bucket List! Es ist absolut paradiesisch und ich kann dir nur empfehlen: Schaue es dir an. Sanibel Island verfügt über vier, alle auf der Golfseite liegende, öffentliche Strände. Die Strände strahlen in wunderschönem blau, gelb und grün – und allen Farbtönen, die dazwischen liegen. Wir als absolute Naturfreunde waren hin und weg von dem traumhaft schönen Muschelstrand. Ich schwöre, dass ich noch niemals zuvor so viele Muscheln auf einem Fleck gesehen habe. Barfuß laufen ist eher schmerzhaft – am besten setzt du dich einfach hin und genießt den Moment. Während ich meine Hand in die Brandung hielt und eine Hand voll mit bunten Muscheln aus dem Wasser zog, spürte ich das Kribbeln. Es ist ein wohliges Gefühl im Bauch und ich fühle mich irgendwie angekommen. Für mich ist ankommen nicht nur eine Aktivität, sondern auch ein Zustand. Manchmal tritt dieses Gefühl in den seltsamsten Momenten auf, aber ich weiß, und das bestätigt mir das Reisen immer und immer wieder: Wenn ich meinem Herzen gefolgt bin und mir einen Wunsch erfüllt habe, spüre ich dieses Gefühl “angekommen zu sein” – egal wo ich mich gerade befinde. Ich liebes dieses Kribbeln im Bauch so sehr, dass ich fast süchtig danach geworden bin. Vielleicht zieht es mich deshalb immer wieder in die Welt hinaus?

Sanibel Island

Ich wünschte dieser Moment wäre nie vergangen. Voller Zufriedenheit saßen wir hier und beobachteten die bunten Gleitschirme, die durch die Luft schwebten. Irgendwann machten wir uns auf den Weg Richtung Lighthouse Beach, im Osten der Insel, der seinen Namen von dem alten Leuchtturm, der bereits 1884 hier erbaut wurde, erhielt.

Sanibel Island über Naples nach Marco Island

Am reizvollsten in Naples ist der 300 Meter lange Naples Pier. Hier tümmeln sich Angler, Pelikane und Sonnenanbeter. Während man durch die Straßen schleicht, sind die vielen Villen und Gärten sowie teures Shopping unverkennbar.

Unser Ziel war Marco Island. Es handelt sich um eine Insel, die über zwei Brücken mit dem Festland verbunden ist. Nachdem Florida eher flach ist, fällt in Marco Island eine kleine Erhebung auf, die einen herrlichen Ausblick auf den Golf von Mexiko ermöglicht. Aber nicht nur der Ausblick ist gigantisch, durch die Nähe an das Wasser gibt es hier fangfrischen super leckeren Fisch. Oder auch Lobster (eine Frage des Preises 😉 Viele Gerichte basieren auf Zitrusfrüchten – schließlich die Nationalfrucht Floridas (Limetten und Orangen).

Am Abend beobachteten wir am Strand eine Hochzeit. Für Conny und mich stand sofort fest: Unser Hochzeitstag wird genauso aussehen! Zwar nicht in Florida, aber defintiv am Strand. Barfuß im Sand.

Florida Marco Island Abenddämmerung

Genug geträumt. Weiter geht der Roadtrip Richtung Everglades

Everglades City an sich ist eher unspektakulär. Ab 21:00 Uhr werden hier die Gehsteige hochgeklappt.

Aber dafür ist der Everglades National Park umso beeindruckender. Schon bei der Anfahrt warnen dich Schilder vor Panthern, ja Raubkatzen, und du wirst viele viele Alligatoren sehen. Aus diversen Gründen (Umwelt und der Tiere zu Liebe) haben wir auf die angebotenen Touren mit dem Airboat verzichtet. Wir haben sie in rasender Geschwindigkeit vorbeidüsen sehen. Was soll daran Spaß machen? Wie sollen sich die Tiere fühlen, wenn die Boote mit einem höllischen Krach vorbeirattern? Mir genügte schon der Anblick und ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie es den Tieren dabei ergeht. Was hältst du stattdessen davon mit dem Kajak durch die Mangroven zu paddeln? Die Wahrscheinlichkeit, dass du Tiere sehen wirst, ist natürlich um einiges höher. Ob Waschbären, Schlangen, Skorpione, Schildkröten, Maatees, Panther, Hochwild, 350 Vogelarten (darunter auch Pelikane). Ich habe auch gelesen, dass man hier die einzigen in der USA wildlebenden Flamingos bestaunen könne, schade, wir haben sie nicht gesehen.

Florida Everglades

Everglades City – Key West

Von Everglades City ging es zurück nach Miami und weiter zu den wunderschönen Florida Keys. Fährst du den Overseas Highway entlang, so führt dich die erste Brücke über Wasser direkt zur Key Largo, der größten Insel der Florida Keys. Key Largo zählt auch als weltweit bekannter Tauch-Hotspot. Hier befindet sich das einzig lebende Korallenriff der USA und zugleich das drittlängste Riff der Welt. Warum auch immer, ich war hier nicht tauchen! Ein Grund nochmal zu kommen…

Am nächsten Tag ging es runter bis an den südlichsten Punkt Amerikas -ans Ende der Keys- bis nach Key West. Wow wow wow. Schon alleine die Anfahrt über insgesamt 180 Kilometer und 42 Brücken, darunter die elf Kilometer lange Seven Mile Bridge, bei herrlichem Sonnenschein war beeindruckend. Das Wasser glitzert türkisblau und das Radio lief auf höchster Stufe.

Florida Keys Brücke

Als wir dann in Key West ankamen, spürten wir sofort, dass diese Stadt einen ganz eigenen Charme hat. Was für Leute leben hier? Sie nennen sich “Conchs” und sind Alteingesessene, die sich nach einer Muschelart benannt haben. Darüber hinaus gibt es viele Studenten und Künstler, kubanische Flüchtlinge sowie eine große gay community. Die vielen bunten Häuser mit Veranden, Säulen sowie Holzschnitzereien, freilaufende Hühner in den Seitenstraßen, Hängematten, Hollywoodschaukeln und im Hintergrund das azurblaue Meer und die weißen Strände bieten einen unbeschreiblich schönen Anblick. Schlendere am Abend durch die Seitenstraße der Eaton Street und beobachte die Straßenkünstler. Spätabends öffnen die Clubs ihre Pforten – das Motto von Key West: “Leben und leben lassen”. Hier lässt sich die Nacht gut zum Tag machen – muss man einfach mal erlebt haben!

Florida Key West 90 Miles to Cuba

Key West – Miami

Unsere Rundreise neigte sich dem Ende. Wir haben viel gesehen und erlebt und können bestätigen, dass der Sunshine State einiges zu bieten hat! Ehrlicherweise muss ich gestehen, dass mir der Trubel und das Tamtam an manchen Orten zu kitschig und enorm war. Gerade Orlando ist überlaufen von Touristen – kein Wunder – ob Walt Disney, SeaWorld, etc. – das Angebot ist riesig und deshalb nicht verwunderlich, dass es nur so von Touristen wimmelt. Wir haben für uns wunderschöne Ecken gefunden und auch Momente erlebt (wie beispielsweise auf Sanibal Island oder Marco Island), die unvergesslich sind. Die Florida Keys möchten wir definitiv nicht missen! An sich ein abwechslungsreicher und wunderschöner Roadtrip, dennoch darf man nicht unerwähnt lassen, dass Florida verdammt teuer ist.

Ob paddeln, schnorcheln, fahren oder wandern – der Sunshine State bietet eine Vielfalt an Aktivitäten. Ob Trubel oder Stille – jeder wird finden, wonach er sucht.

Florida Strand Abenddämmerung

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