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Die Tempel von Angkor

Siem Reap zählt als die Lebensader der Tempel von Angkor. Wie lange träumen wir schon davon, das 8. Weltwunder zu bestaunen? Sehr lange. Fakt ist, dass die Tempel schöner sind, als wir sie uns jemals erträumen ließen. Wo auf der Welt findet sich an einem Fleck ein solch architektonischer Reichtum?

Seit 1992 steht Angkor (das gesamte Areal) auf der Liste der UNESCO-Weltkulturerbe. Mehr als 1000 Tempel und Heiligtümer wurden auf einer Gesamtfläche von 200 km² entdeckt. Es wird für Touristen in einen kleinen und in einen großen Circuit unterteilt. Im kleinen Circuit befinden sich etwa 10 Tempelkomplexe. Darunter die bekanntesten, wie z. B. Angkor Wat, Angkor Thom, Bayon und Ta Prohm (für diejenigen, die Tomb Raider gesehen haben). Weitere sechs Tempelanlagen befinden sich im großen Circuit. Wie ihr vielleicht herauslesen könnt, ist für diese Stätte, die schlichtweg gigantisch ist, ein längerer Aufenthalt erforderlich.

Im Vorfeld muss man sich also festlegen: 1 Tag, 3 Tage oder eine 1 Woche. Wir entschieden uns für den 3-Tages-Pass, der pro Person 62 $ Eintritt kostet.

Wir können jedem nur ans Herz legen einen 3-Tages-Pass zu kaufen. Beim Kauf des Tickets wird ein Foto geschossen und auf das Ticket gedruckt. Dieses sollte man immer dabei haben, da nicht nur am Eingang, sondern an jedem Tempel kontrolliert wird. Um den absoluten Tempel-Burnout zu vermeiden, gilt: lass es langsam angehen. Der Vorteil des 3-Tages-Tickets ist auch, dass man nicht drei Tage hintereinander die Tempel besichtigen muss. Das Ticket ist insgesamt zehn Tage gültig, somit kann man auch nur jeden 2. oder 3. Tag in die Anlage. Zwischendurch könnte man also durchaus etwas anderes in Siem Reap anschauen (beispielsweise Tonle Sap) oder einen Kochkurs belegen, denn die Khmer Küche hat einiges zu bieten!

Tipps für eine Tour in Angkor:

Tag 1: Angkor Wat, Bayon, Ta Prohm, Banteay Kdei

Wir begannen direkt mit dem Höhepunkt, nämlich: Angkor Wat. Morgens um 04:30 Uhr klingelte der Wecker, sodass wir pünktlich zum Sonnenaufgang vor dem beeindruckenden Tempel standen. Das frühe Aufstehen hat sich gelohnt, schaut selbst:

Weiter ging es zum Bayon, der für uns noch faszinierender war, als Angkor Wat selbst. Er ist anders als die anderen Tempel. Nach außen hin ist er offen, wohingegen die anderen Tempel von einer Mauer umgeben sind. Circa 200 buddhistische Gesichter in sämtlichen Größen prägen u. a. dieses Bild. Sieben Meter ist der größte unter ihnen. Ich schwöre, dass wir etliche Zeit damit verbrachten, ein Foto ohne Touri zu knipsen. Nachdem aber der Torbogen von Minivans, Motorbikes, Tuk-Tuks, Chinesen- bzw. Japanergruppen und und und passiert wird, gaben wir es irgendwann auf. Naja, ein schöner Rücken kann auch entzücken.

Den nächsten Stopp legten wir am Ta Phrom ein. Nicht verwunderlich, dass dieser als Schauplatz für Tomb Raider mit Angelina Jolie gewählt wurde. Er ist gigantisch und die Steine sind mit tollen, alten Bäumen (überwiegend Würgefeigen) überwachsen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Als Letzten für den ersten Tag besichtigten wir Banteay Kdei. Er ist der kleine Bruder von Ta Phrom. Weniger Touristen besuchen ihn, daher ist dieser Rundgang durch die Tempelanlage etwas angenehmer. Uuups Foto vergessen. Wir waren einfach ausgepowert… Es wurde Zeit für eine Kokosnuss am Pool.

Vielleicht kann man sich es schwer vorstellen, aber die Besichtigung der Tempel ist anstrengend. Am ersten Tag unseres Besuches in Angkor hatte es 35°C und eine Luftfeuchtigkeit von sicherlich 85 Prozent. Wohl gemerkt muss das weibliche Wesen ja auch Beine und Schultern bedecken. Ein Vorteil für die Männer, die zumindest Shorts tragen dürfen. Bei jedem Tempel geht es Stufen rauf und Stufen runter. Wer einmal in Angkor war, weiß, was Massentourismus bedeutet. Es kostet viel Geduld und Mühe ein Foto ohne Touristen zu schießen. Da können schon mal einige Minuten vergehen. Nach vier Komplexen waren wir für den ersten Tag gesättigt.

 

Tag 2: Baphuon, Terrasse der Elefanten, Preah Khan, Neak Pean, Ta Som, East Mebon, Pre Rup

Am Baphuon Tempel ging es los und wir waren sofort begeistert. Über einen 180 Meter langen, steinernen Steg geht es zum Eingang vom Tempel. Steile Stufen führen nach oben. Den Ausblick vom 30 Meter hohen Tempelberg muss man sich in der Sonne hart erkämpfen. Tolle Ausblicke über das umliegende Areal – es lohnt sich also!

Direkt nebenan befindet sich die Terrasse der Elefanten. Scheint sehr beliebt zu sein unter den Touristen und Fotografen. Zu Recht, denn wir waren auch begeistert von den beinahe lebensgroßen Elefanten.

Preah Khan: einer der spektakulärsten Tempel. Ein 56 Hektar großes Gelände, das von einem Graben umgeben ist. Die Anlage kann von Ost nach West (oder andersherum) durchschreitet werden. Die Tuk-Tuk-Fahrer warten dann dementsprechend auf der anderen Seite.

Neak Pean: ein Tempel, der über einen 200 Meter langen Holzsteg über dem Wasser erreicht wird. Fünf künstliche Wasserbecken wurden angelegt und im größten davon liegt der Hauptturm vom Tempel.

Ta Som: wow, ein sehr schöner Tempel, der im Dschungel überwuchert ist. Er ist schon sehr stark verfallen, aber hat uns dennoch beeindruckt. Ganz besonders begeistert hat uns die Würgefeige, die ein komplettes Tor umschlingt. Viel Wartezeit mitbringen – hoher Touristenansturm! Kann durchaus länger dauern für ein Foto…

East Mebon: ein gut erhaltener Tempel mit fünf Türmen, die wie auf einem Würfel angeordnet sind. Toll sind die Elefantenskulpturen an den Ecken.

 

 

 

 

 

 

 

 

Pre Rup: der im 10. Jhd. erbaute Tempel leuchtet in seinen warmen Braun- und Gelbtönen. Über hohe, steile Treppen geht es nach oben. Von der Spitze des Tempelbergs eröffnet sich ein wunderschöner Ausblick auf die umliegenden Reisfelder. Wie auch am ersten Tag, waren wir beim letzten Tempel platt uuund es gibt daher kein Foto.

Viele Tempel haben wir gesehen. Einige Touristen lassen sich von einem Guide herumführen, um sich Details zu den jeweiligen Tempeln geben zu lassen. Alternativ gäbe es Bücher, die an jeder Ecke verkauft werden bzw. kann man sich die Informationen auch über das Handy holen, was natürlich das Geschleppe von Reiseführern erspart.

Zwischen den Fahrten zu den jeweiligen Tempeln trifft man immer wieder auf Affenfamilien mit kleinen Affenbabys. Alles was sie auf der Straße oder im Mülleimer finden, wird verschlungen. Keine Panik – sie sind aufgrund der täglichen Touristenströme an Menschen gewöhnt.

Fazit Angkor:

Wie oben erwähnt, ist es unmöglich Angkor an einem Tag zu besichtigten. Für uns wäre ein 2-Tages-Ticket perfekt gewesen, da wir dann doch gesättigt waren. Es ist überaus interessant und beeindruckend, aber irgendwann macht einem die Hitze zu schaffen und die Motivation wird von Tempel zu Tempel geringer. Deswegen lieber auf drei Tage verteilen und dazwischen immer eine kleine Verschnaufpause einlegen.

Wer möchte, kann von Tempel zu Tempel radeln. Angkor ist etwa 8 km von Siem Reap entfernt. Obwohl wir Fahrradfahren lieben, bevorzugten wir das Tuk-Tuk. Der Verkehr in Siem Reap selbst ist typisch asiatisch. Erst einmal aus der Stadt rauszukommen, ist eine Herausforderung. Abgesehen davon kennt man sich in Angkor nicht aus (es sei denn man ist top informiert). Wir entschieden uns für die bequemere Art und ließen uns kutschieren, was auch den Vorteil mit sich bringt, dass man durch den Fahrtwind immer wieder etwas abkühlt und ein wenig Energie bis zum nächsten Tempel tanken kann.

Viel Spaß – es ist gigantisch und sollte bei jedem Reiseliebhaber auf der Bucket-List stehen.

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