AsienLaosThailandTravel

Border crossing Thailand to Laos

Nach wunderschönen Tagen im Norden von Thailand machten wir uns auf den Weg in den Süden von Laos. Goodbye Thailand – Hello Laos!

Nachdem Conny mich “nur” vier Wochen begleiten wird, gerne aber in Thailand, Laos und Kambodscha schnuppern will, reisen wir anfangs kreuz und quer. Daher bitte nicht wundern. Er hat sich als nächsten Stopp das Naturparadies in Südlaos ausgesucht. Mit AirAsia ging es von Chiang Mai nach Ubon Ratchathani (Flugzeit etwa 1 h und 15 Minuten). Diese Provinz liegt in der Nordostregion von Thailand und wird übersetzt mit die ‘Königliche Stadt der Lotosblüte’. Hierher verirren sich die wenigsten Touristen, da es ganz einfach zu weit ab vom Schuss ist. Wir hatten uns diesen Airport auch nur ausgesucht, da wir in den Süden von Laos kommen wollten und eine eher untypische Route für den Grenzübergang nutzen wollten.

Die Fahrt von Ubon Ratchathani zum Grenzübergang bei Chong Mek dauert mit der internationalen Buslinie etwa 1,5 – 2 Stunden. Leider verpassten wir diesen Bus und es ging auch kein weiterer an diesem Tag. Am Flughafen wurde uns allerdings mitgeteilt, dass noch ein Minivan bis zur Grenze fahren wird. Wir stiegen also in das erstbeste Taxi, ließen uns zum Bus Terminal in Ubon Ratchathani bringen und stiegen dort um in den Minivan. 11 Plätze, 11 Leute und mehr als 20 Gepäckstücke. Man kann sich also vorstellen, wie eng es in diesem Bus gewesen ist. Nach 1,5 Stunden ließ uns der Fahrer etwa 1 km vor der Grenze aussteigen. Zu Fuß ging es dann über die Grenze bis zum Immigration-Büro in Laos.

Wie läuft der Grenzübergang ab? 

Zunächst müssen zwei Formulare ausgefüllt werden. Absolut wichtig ist, dass du Reisepass und Passfoto griffbereit hast! Darüber hinaus verlangen die Schalterbeamten 1.300 Baht p. P. – Bezahlung in Dollar ebenso möglich (allerdings nur bar). Die Beamten sprechen einigermaßen gutes Englisch, sodass man hier keine größeren Probleme haben dürfte. Nachdem die ersten Formalitäten erledigt sind, geht es weiter zum Schalter Nr. 6. Nach einer kurzen Wartezeit erhält man Reisepass mit dem gestempelten Visum zurück. Ein richtig toller Stempel! Er füllt eine ganze Seite im Reisepass aus – sieht super aus!

Nachdem die Formalitäten erledigt sind, kann die Fahrt nach Pakxe weitergehen. Der Minivan, der uns bis zur thailändischen Grenze brachte, war natürlich verschwunden. Wir stiegen also in einen anderen Van (auf der laotischen Seite) ein. Das Gepäck wurde diesmal auf das Dach geschnallt.

Hello Laos!

Der Fahrer des Vans tuckerte eine gute halbe Stunde, bis er plötzlich anhielt und alle elf Insassen aufforderte auszusteigen. Hervorragend. Niemand hatte eine Ahnung wo wir sind, geschweige denn, wo wir eigentlich hin wollten. Die ersten Tuk-Tuk-Fahrer wimmelten um uns. Scheint wohl ein abgekartetes Spiel gewesen zu sein, denn warum sollten wir sonst im Nimmerleinsland aussteigen? Wir hatten weder Kips (laotische Währung), noch hatten wir eine Idee, wie man nach Downtown kommt. Die ersten machten sich auf den Weg. Dann standen wir noch zu fünft im Kreis, um zu bereden, wie wir weiter vorgehen. Okay, wir wollten uns erstmal auf die Suche nach einem ATM machen. Es hieß also: Rucksäcke schultern und los ging der Marsch. Aber wohin? Wir wussten es nicht. Bei den ersten Buden blieben wir stehen. “Downtown?!”, “City Center?!”, “Bus Terminal?!” – die Einheimischen konnten uns nicht weiterhelfen. Sie verstanden uns nicht und wir verstanden sie nicht. Wir liefen also weiter und weiter. Jegliche Versuche waren immer wieder gescheitert. Irgendwann sahen wir einen ATM juhuu. Voller Hoffnung versuchten wir alle unser Glück. Bei jedem die gleiche Meldung “Transaction has been cancelled!”. Na wunderbar – es kann ja nur noch besser werden. Etliche Meter (oder waren es Kilometer?) später der nächste ATM. Wieder erfolglos! Oh nein. Einheimische konnten uns nach wie vor nicht weiterhelfen. Sie lächeln, aber Kommunikation unmöglich. Weiter und immer weiter (so langsam machten sich auch die Rucksäcke bemerkbar), fanden wir einen funktionstüchtigen ATM. Endlich hatten wir Kips, sodass wir zumindest ein Taxi oder ein Tuk-Tuk bezahlen könnten. Die Gruppe löste sich auf. Conny und ich hatten bereits im Voraus eine Unterkunft gebucht (was sich im ersten Moment als Fehler herausstellte, später dann aber doch nicht). Wir fanden nämlich kein Transportmittel, das uns dahin brachte. Wir gingen die Straßen auf und ab – auf der Suche nach Hilfe. Hier war niemand. In Chiang Mai und Bangkok wimmelt es an jeder Ecke von Taxis und Tuk-Tuks und hier? Es gab nichts. In unserer Verzweiflung wollten wir trampen – es hielt niemand an – Versuch also auch gescheitert. Voller Hoffnung sahen wir, dass in einem Hotel Licht brannte. Wir fragten nach Transportmöglichkeiten. Die einzige Reaktion “NO NO NO!”; das brachte uns also alles nicht weiter. Nachdem wir auch hier nichts erreichen konnten, liefen wir der Straße entlang weiter. Irgendwann standen wir bei einem Laoten in der Garage. Er schaute mit seiner Familie Fernsehen und bemerkte sofort unsere Verzweiflung. Zu unserem großen Glück konnte er ein wenig Englisch! Zumindest mit Hand und Fuß konnten wir ihm unsere Situation verklickern. Er telefonierte und telefonierte. So mies wir uns in diesem Moment fühlten (durchgeschwitzt, Rückenschmerzen, LOST IN LAOS, etc.), so machte sich die absolute Dankbarkeit breit. Seine Frau brachte uns Getränke und sie halfen uns, wo es nur ging. 45 Minuten später stand ein Bekannter vor seiner Garage mit einem Minivan und brachte uns in unsere Unterkunft, die sich mitten im Bolaven-Plateau befindet. Es ging also 30 Kilometer über Schotterpisten und tiefe (wirklich überaus tiefe) Schlaglöcher in die absolute Pampa! Zweimal stoppte der Fahrer den Wagen. Beim ersten Mal, weil sein Handyakku leer war und er möchte gerne an der Straßenkreuzung warten, bis ein Freund ein Ladegerät vorbeibringt. Beim zweiten Mal musste er austreten. Könnt ihr euch vorstellen, wie es sich anfühlt, wenn man in einem fremden Land, in einem fremden Van, bei einem fremden Fahrer in einer fremden Gegend mit Hunderten von Schlaglöchern bei Dunkelheit unterwegs ist? Vermutlich nicht. So lange er fuhr, war es okay, aber sobald er in der Pampa stoppte, fiel mir das Herz in die Hose! Ich hatte Angst, weil man heutzutage nie weiß, wem man trauen kann und wem nicht. Zu viele schlechte Filme gesehen und sämtliche Szenarien malt man sich in diesem Moment aus. Conny redete auf mich ein, dass schon alles gut gehen wird. Zum Glück habe ich einen starken Mann an meiner Seite. Bin ja gespannt, wie das wird, wenn Conny weg ist. Nach dem heutigen Tag unvorstellbar!

Irgendwann kamen wir doch an. Der Fahrer des Vans konnte zwar nicht gut Englisch, aber er sagte mehrmals, dass es ihm eine Freude war, uns zu fahren. Im Resort wurden wir voller Liebe empfangen und die Frage kam auf, warum wir erst so spät anreisen. Tja, das ist eine seeeehr lange Geschichte! Wir hatten dem Besitzer erklärt, dass wir zweimal versuchten anzurufen. Kann er sich leider nicht erklären. Naja, wie auch immer! Wir haben es geschafft. Das erste im Zimmer: Rucksäcke in die Ecke und ab in die Dusche. Weit und breit keine Garküche, Restaurants bereits geschlossen. Der Resort-Besitzer rief seinen Koch an und ließ uns ein Essen auf das Zimmer liefern. Nun hatte ich ein schlechtes Gewissen. So viele negative Gedanken und dann erwartet einen das absolute Entgegenkommen und die pure Hilfsbereitschaft. So holprig auch alles begonnen hat, ich war dennoch schon ein wenig in Laos verliebt! Immer wieder berührt mich die Gastfreundlichkeit der Menschen in fremden Ländern.

Nun freuen wir uns auf erholsame Tage im Plateau, das als größte Kaffeeanbauregion des Landes zählt. Wir befinden uns im traumhaft schönen Sabaidee Valley und freuen uns auf entspannte Tage.

Ich weiß, es wurde ein sehr langer Artikel – sorry! Warum habe ich diesen überhaupt so ausführlich getippt? Gerne wollte ich damit zum Ausdruck bringen, dass es auch beim Reisen “Katastrophensituationen” gibt. Wir haben aus unseren Fehlern gelernt. Für den irgenwann bevorstehenden Grenzübergang von Laos nach Kambodscha werden wir definitiv schon im Vorfeld Riel (kambodschanische Währung) im Geldbeutel haben UND wir haben kein Zimmer irgendwo im Nirgendwo vor gebucht. Ich bin sowieso kein Freund von Vorbuchungen, aber Conny geht gerne auf Nummer sicher, weshalb ich mich überreden ließ, ein hübsches Resort etwas außerhalb zu buchen. Er hat selbst eingesehen, dass es nicht notwendig ist. Für den nächsten Grenzübergang sind wir also besser vorbereitet! Ich hoffe, dass diese Tipps auch dem ein oder anderen helfen!

Auch in kniffligen Situationen: nicht verzagen, denn am Ende wird alles gut 🙂

Tags:

2 comments

  1. Sehr interessante reale “Geschichte”, liest sich geradezu wie ein abenteuerlicher Reiseroman. Weiter so! 🙂

    1. Vielen Dank für die motivierenden Worte. Werde mir Mühe geben 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.